Die meisten Gräben in Wolmirstedt sind in gutem Zustand. Das ergab eine Grabenschau. Dennoch gibt es Bürger, die ihren Müll in Gräben entsorgen. Das behindert den Abfluss des Wassers.

Wolmirstedt l Die gute Nachricht vorweg: Die meisten Gräben in Wolmirstedt sind in einem guten Zustand. Regen- und Schmelzwasser kann darin gut in die Ohre oder andere Gewässer abfließen. Dennoch gibt es Stellen, an denen dieser Abfluss gestört ist. Weil Bürger Gartenabfälle oder Schutt darin abladen.

In der Glindenberger Elbstraße, gegenüber des Kuhstalls, gibt es so eine Stelle. Jemand hat sich von seinen Lilien getrennt und nicht nur die Rhizome mit dem aufkeimenden Grün in den Graben geworfen, sondern gleich die gesamte Erdscholle, in der sich Pflanzen ausgebreitet hatten. So türmen sich zwei üppige Berge in dem Graben neben der Straße, der eigentlich Regen- und Schmelzwasser abführen soll.

Der zweite Schwerpunkt für hausgemachten Ärger ist die Demokratenbreite. Grünschnitt, Schotter und Sand liegen in und neben dem Graben, wurden mutwillig dort abgelegt. Die Aufsicht über die Gräben führt der Unterhaltungsverband Untere Ohre. Geschäftsführerin Constanze Köppe leitete die Grabenschau und forderte anschließend: "An der Demokratenbreite ist der Gewässerrandstreifen von Ablagerungen und Wildwuchs durch die Anlieger freizuhalten." Außerdem untersagte sie im Namen des Unterhaltungsverbandes die Abfallver- kippung.

Diese Forderung muss die Stadt nun durchsetzen, denn die Gräben liegen in ihrer Obhut. "Wir werden uns an die Anlieger wenden", sagt Dirk Illgas vom Ordnungsamt. Ihm schwant jedoch Böses. "In den vergangenen Jahren war das nicht einfach, da die Eigen- tümer der Grundstücke häufig wechseln und wir die Verursacher der Müllablagerungen oft gar nicht mehr erreicht haben."

Und als wäre das noch nicht schwierig genug, legen die Eigentumsverhältnisse zwischen Demokratenbreite und Bahn noch einen drauf. Der Graben gehört zwar der Stadt, der Weg daneben aber der Deutschen Bahn. Eigentlich müsste die Bahn an dieser Stelle für Ordnung sorgen. "Aber es ist sehr zeitaufwändig, dort einen Ansprechpartner zu finden ", sagt Illgas, "da haben wir längst selber gehandelt."

Auch für Alfons Hesse ist Unrat im Graben ein unerfreuliches Thema. Der Glindenberger Ortsbürgermeister ist gleichzeitig Vorsitzender des Unterhaltungsverbandes Untere Ohre und ärgert sich mächtig über die Grünentsorgung im Glindenberger Graben und in allen anderen Straßengräben auch. "Dieser Unrat hindert nicht nur den Wasserabfluss", sagt er. "Er lädt auch die Entsorgungskosten allen anderen Bürgern auf." Er appelliert eindringlich an alle Mitbürger: "Klären Sie Unwissende auf, machen Sie Bürger auf ihr Fehlverhalten aufmerksam. Wasser muss fließen können, sonst nimmt es den Pflanzen ihre Wachstumsmöglichkeiten."