Mit besinnlichen, aber auch beschwingten Liedern wurde das Publikum in der Angeraner Kirche am Sonntag auf die Weihnachtszeit eingestimmt. Auf der "Bühne" standen dabei auch Sängerinnen und Sänger, die sonst nicht im Chor singen.

Angern l Sechs Wochen lang hatte der Gesangslehrer Stefan Lill jede Woche einmal mit dem Projektchor geübt, um dieses Konzert vorzubereiten. "Das war schon das vierte Mal, dass der Männergesangsverein aus Angern dieses offene Chorprojekt initiiert hat", erklärte Stefan Lill, der den Männergesangsverein seit einiger Zeit leitet.

Möglicher Chornachwuchs soll Freude am Singen erleben

Hintergrund der Idee war es einmal, auch Leute, die sonst nicht im Chor singen, zu motivieren, doch einfach einmal mitzusingen. Und das nicht ohne die Hoffnung, dass vielleicht mancher Herr soviel Gefallen am Singen findet, dass er auch nach den sechs Wochen dem Männergesangsverein treu bleibt. "Die Männergesangsvereine in Deutschland werden immer älter und wir brauchen Nachwuchs", betonte Stefan Lill, der sich aber auch freuen kann, dass die Idee in den Vorjahren schon einige Male Früchte trug.

Das Chorprojekt ist immer wieder ein Adventsprojekt, bei dem Weihnachtslieder einstudiert werden, die dann, so wie am Sonntag, in der Kirche vorgetragen werden. Und die Hobbysänger waren sich einig: "Herr Lill ist ein guter und geduldiger Lehrer."

Doch die Herren des Angeraner Männergesangsvereins waren mit den Teilnehmern des Chorprojektes nicht nur Alleinunterhalter. Sie hatten sich Verstärkung aus der Gesangsschule von Stefan Lill geholt und so ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Es wurde gesungen, aber bei manchen Liedern übernahmen Gitarre, Bass, Cajón, Percussion und Klavier die Begleitung.

Auch nutzten die Sängerinnen und Sänger alle Räumlichkeiten der Kirche aus, sangen nicht nur vor dem Altar, sondern auch mal von der Empore oder in einer dunklen Nische, in der das Kerzenlicht mit ganzer Kraft erstrahlen konnte.

Die zahlreichen Gäste in der Kirche hatten ihre helle Freude an der Darbietung der Lieder und der Instrumentalmusik. Sie nutzten die Zeit, Ruhe und Besinnung zu finden, aber auch Kraft aus der Musik zu schöpfen. Nicht nur am Ende des Konzertes spendeten sie reichlich Applaus, der vielleicht auch den einen oder anderen motiviert, nicht gleich wieder mit dem Singen aufzuhören.

Licht verkündet die Botschaft: "Überall soll Frieden sein!"

Viele erfreuten sich auch am Brennen des Friedenslichtes von Bethlehem, das am Morgen in die Angeraner Kirche gekommen war und nun das Konzert überstrahlte. Traditionell wird dieses Licht am dritten Advent von Bethlehem in die Welt hinausgetragen. Die Lichter, die ihren Weg nach Deutschland aufnahmen, haben Pfadfinder in der Nacht zuvor aus Wien geholt. Ebenso wie ein Lied, das der Chor anstimmte, verkündet es nun in Angern die Botschaft: "Überall soll Frieden sein!"

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