"Ich wünsch mir so sehr eine Eisenbahn!" Hundertfach wird dieser Wusch so kurz vor Weihnachten von kleinen, aber auch großen Eisenbahnfreunden geäußert. In Barleben aber will man nicht auf den Weihnachtsmann warten, hier beschenkten sich die Mitglieder des Barleber Modellbahnvereins selbst.

Barleben. Obwohl das so auch nicht stimmt, denn in den vergangenen Monaten haben sie große Anstrengungen für eine kleine Eisenbahnwelt investiert. Und selbst die Trafos sind viel kleiner, sie dienen auch nicht der Stromerzeugung, sondern drosseln den Fluss, geben so dem Antrieb der Modellbahnlokomotiven, der Beleuchtung der Häuschen und Vitrinen das richtige Maß.

Das Werk ist gut gelungen und seit dem vergangenen Sonnabend auch öffentlich. Der Barleber Modellbahnverein lud am Vorabend des 2. Advents in die neuen Vereinsräumen ein.

Bis zur letzten Minute wurde gewerkelt, um aus einer leerstehenden Wohnung und einer Trafohalle Vereinsräume zu gestalten, die den Ansprüchen der Modelleisenbahner gerecht werden. Die ganze Nacht bis in den Morgen hinein war zu tun. Als Vorstandsmitglied Ronald Papendieck gegen 3.30 Uhr das alte E-Werk in Richtung Ebendorf verließ, hatte er aber die Gewißheit, die automatische Steuerung der großen Modellbahnanlage läuft fehlerfrei.

Das bedeutete, die Gäste konnten kommen. Und sie kamen in großer Zahl. Über 370 kleine und große Fans der Mini-Eisenbahn haben am 3. Dezember eine Fahrkarte, pardon, eine Eintrittskarte gelöst. Der Besuch lohnte sich allemal.

Zu sehen waren eine winterliche Garteneisenbahn der Spur II m mit Fahrzeugen der Harzer Schmalspurbahnen. Eine Modulanlage der selben Spurweite vom Bahnhof Drei Annen Hohne, eine runde TT-Anlage und viele Vitrinen mit Eisenbahn- und Straßenfahrzeugmodellen unterschiedlicher Größen und Epochen waren zu bestaunen.

Die Sonderausstellung 175 Jahre Eisenbahn in Deutschland (am 7. Dezember 1835 rollte der "Adler" erstmals über die rund 7,5 Kilometer lange normalspurige Strecke zwischen Nürnberg und Fürth) zeigte Modelle aus der Zeit der Anfänge bis in die heutigen Tage. Nach dem Rundgang leuchteten beim Gros der Besucher die Augen noch heller, verstärkte sich zugleich der Wunsch nach einer elektrischen Eisenbahn. Der Vorsitzende Michael Sperling und seine "Besatzung" wussten spätestens zu diesem Zeitpunkt, dass sie alles richtig gemacht hatten.

Vor fast vier Jahren wurde der Barleber Modellbahnverein gegründet und zählt heute 14 Mitglieder. Mit Hilfe des Bürgermeisters wurden seinerzeit zwei Kellerräume in der Villa Spör bezogen. Diese erwiesen sich bald als zu klein. Das sieht heute ganz anders aus. Neue Pläne können jetzt reifen, wie zum Beispiel die Fertigstellung einer großen H0-Anlage. Außerdem soll die vorhandenen Fernmeldetechnik wieder hergerichtet werden.

Wer die Ausstellung in Barleben verpasst hat, bekommt eine zweite Chance. Die Modelleisenbahner sind bei der Veranstaltung im Art Depot Magdeburg am kommenden Wochenende vertreten.