Farsleben. "Jetzt möchte ich noch mit dem Dumper fahren", sagte der neunjährige Jan Venohr zu seiner Oma. Die machte sich mit dem Enkel auf den Weg, lief mit ihm von einem Großgerät zum anderen und überall warteten geduldige Fahrer auf Jungen wie Jan, machten Platz auf dem Fahrersitz frei und ließen sie auch mal die Hebel bedienen.

Jan war extra aus Briest gekommen, um sich am Sonn-abend die Kiesgrube der Firma Papenburg anzusehen. Schließlich war Tag der Offenen Tür. "Mein Opa arbeitet hier", verriet der Junge noch, bevor er mit Oma in den Weiten des Abbaugebietes entschwand. So wie Jan nutzten viele den Vormittag und setzten sich in Lkw oder Dumper, baggerten sogar selbst ein paar Kiesberge hin und her. Die Kiesgrube verwandelte sich in einen großen Abenteuerspielplatz für kleine und große Männer.

Betriebsleiter Carlo Hinze hatte aber auch eine Menge Informationsmaterial über den regionalen Standort des Hallenser Unternehmens Papenburg parat. Auf einer Schautafel informierte der Betrieb über die Zahl der Arbeitsplätze, die Renaturierungsflächen, Bruthöhlen für Bienenfresser, Kiesabbaugebiete und die geplante Deponie von nicht gefährlichen mineralischen Abfällen.

Die Mitarbeiter hatten aber auch an die Gastlichkeit gedacht. Am Rand der Kiesgrube war ein großes Zelt aufgebaut. Die Farsleber Feuerwehr sorgte darin für das leibliche Wohl, die Tischtennisabteilung des SSV Eintracht Loitsche / Zielitz präsentierte sich, die Weberaner verkauften Kuchen. Die Mädchenband "Cosmopolitan Rock" rockte in mehreren Wellen das Zelt. "Cosmopolitan Rock", das sind Anika Brentrop, Sophie Butz, Franziska Mewes und Elisa Schröder, sie spielen Musik der Sechziger bis heute. Besonderen Anklang fanden auch die Quads, die das Quad-Team Elbe-Ohre zur Verfügung gestellt hatte.

Manche der Besucher schauten vorbei, weil ihre Verwandten in der Kiesgrube arbeiten, andere hatten zum ersten Mal den Weg durch den Wald gefunden. "Ich musste mir den Betrieb unbedingt mal anschauen", sagte Markus Volker aus Mose, "schließlich wohne ich fast nebenan". Sein zweieinhalbjähriger Sohn Henry saß derweil mit glühenden Wangen auf dem Schoß des Baggerfahrers Yves Bombach und schaute zu, wie die Schaufel den Sand griff.