Einen Förderbescheid über 50 000 Euro übergab am Dienstag Staatssekretär André Schröder der Gemeinde Hohe Börde. Für insgesamt 62 000 Euro will die Gemeinde eine demografische Analyse in ihrer Region bis 2025 erstellen lassen und so konkrete Antworten für das eigene Handeln in der Zukunft finden.

Irxleben/Hohe Börde. Auf eine im September 2010 veröffentlichte Richtlinie des Landesministeriums für Raumordnung, Entwicklung und Verkehr zur "Förderung von Maßnahmen für die Gestaltung des demografischen Wandels und zur Förderung der Regionalentwicklung in Sachsen-anhalt" war Bürgermeisterin Steffi Trittel aufmerksam geworden. "Bereits Anfang des Jahres hatten wir einen Antrag an das Land gestellt – mit dem Ziel, Pilotprojekt für eine Anpassungsstrategie an die Herausforderungen des demografischen Wandels zu werden. Davon hörten wir dann lange Zeit nichts, dann kam die Richtlinie." "Frau Trittel ist immer die Schnellste, wenn es um neue Fördertöpfe geht. Und die jetzige Förderstrategie erscheint sehr gut und praktikabel", betonte Wellens Ortsbürgermeister Holger Stahl- knecht.

Die politischen Gremien der Gemeinde Hohe Börde hatten die nötigen Beschlüsse für die Antragstellung – wenngleich mit einigen kritischen Randbemerkungen (Volksstimme berichtete) – wie auch den erforderlichen Eigenanteil von 12 000 Euro bestätigt.

Die Richtlinie fördert die Erarbeitung von konkreten Vorhaben, um der sich abzeichnenden Änderung der Bevölkerung und damit verbundenen Folgen zu begegnen – und das in einer konkreten Region mit all ihren Besonderheiten im Vergleich zu anderen Regionen und mit Berücksichtigung von Unterschieden innerhalb der Region selbst.

Die demografische Analyse soll helfen, vor Ort Strategien zur Bewältigung in der Zukunft zu entwickeln. Damit könnten nach Ansicht von Bürgermeisterin Trittel zukunftsträchtige Vorhaben in der Gemeinde angeschoben und die dafür nötigen Investitionen auch in Zeiten knapper Kassen vor den kommunalen Aufsichtsbehörden gerechtfertigt werden.

Mit Hilfe des Demografie-Checks werden Bewältigungs- und Vermeidungsstrategien entwickelt, die unmittelbar mit den von der Kommune zu erledigenden Aufgaben und den demografischen Verhältnissen zwischen Beber und Schrote zusammenhängen. Eben jene Verhältnisse unterscheiden sich bei genauem Hinsehen meist von ermittelten Durchschnittswerten des Landkreises oder des Bundeslandes.

Als Ergebnis werden Vorhaben der Gemeinde formuliert, die sich auf so gut wie alle kommunalen Aufgaben beziehen – angefangen von der Schulentwicklung, über Kindertagesstätten, Feuerwehren, Gewerbeansiedlung bis hin zum Abwasser oder zum Straßenbau. Aus dem Potpourri der von der Analyse erarbeiteten Vorhaben kann die Gemeinde dann eine Auswahl treffen und sich um eine Realisierung bemühen.

Die Aussichten auf Unterstützung durch das Land werden steigen. Darauf wies Staatssekretär André Schröder hin: "Die Finanzausstattung der Kommunen durch das Land mittels des Finanzausgleichsgesetzes wird ab 2011 nur noch aufgabenbezogen erfolgen. Da sind Kommunen natürlich im Vorteil, die eine solche Analyse mit begründeten Handlungsstrategien vorweisen können. Wer konkrete Lösungen zur Sicherung der Daseinsvorsorge in seiner Kommune zeigt, wer sich rechtzeitig dem Anpassungsdruck stellt, der ist auf dem richtigen Weg und der wird auch nicht in Depressivität verharren. Wer sich dem Wandel stellt, den wird das Land unterstützen."

Steffi Trittel formulierte es so: "Wer sich nicht bewegt, der wird bewegt. Und da ist mir die eigenständige Gestaltung doch viel lieber. Damit können wir jetzt loslegen."