Ein Gerücht ist, dass in Ebendorf selbst Weihnachten strategisch geplant wird. Richtig dagegen ist die Tatsache, dass die Adventszeit und somit der Weihnachtsmarkt, wie am vergangenen Sonnabend, in diesem idyllischen Dorf langfristig und akribisch vorbereitet wird.

Ebendorf. Auch der Ortsbürgermeister Manfred Behrens erinnert sich noch sehr gut daran, dass die Stellvertreter des Weihnachtsmannes – das wären Inken Schuchardt, Leiterin der Kindertagestätte, Silke Dobberkau für die Verwaltung, Bernd Tangermann, Sprecher des Vereinsstammtisches, sowie er und sein Stellvertreter Michael Madjera – bereits im September lautstark darüber nachgedacht haben, was den Weihnachtsmarkt 2010 auszeichnen sollte.

Keine vier Wochen später die erste, allerdings böse Bescherung: Der angestammte Platz des Weihnachtsmarktes in der Krugstraße drohte mit Wasser vollzulaufen. Umdenken war erforderlich, was augenscheinlich in Ebendorf kein Problem ist. Kurzfrist entschied man sich für den zentralsten Platz im Ort, das Bürgerhaus. Das sei bereits an dieser Stelle erwähnt: Ein gelungener Schachzug.

Wie Ortsbürgermeister Behrens verriet, gab es, was die Vorbereitung betraf, danach kein Halten mehr. Alle Vereine im Ort fühlten sich angesprochen, selbst die Jugendfeuerwehr konnte sich für das bevorstehende Fest "erwärmen".

Am vergangenen Sonnabend war es soweit. Erstmals in der langjährigen Weihnachtsgeschichte des Ortes spürten selbst Auswärtige, dass die Adventszeit in Ebendorf ein Thema ist. "Auch wenn die Krugstraße viel Geschichte beherbergt, blieb doch das Fest immer ein Stück im Verborgenen", so Behrens. "In der Vergangenheit ist mir dann stets widerfahren, dass mich Bürger danach ansgesprochen haben, weil sie nichts vom Weihnachtsmarkt wussten. Das konnte uns vor dem Bürgerhaus nicht mehr passieren."

Recht hatte der Ortsbürgermeister, denn unmittelbar an der stark frequentierten B71 herrschte am Sonnabend ab 15 Uhr beschauliche Weihnachten. Und damit auch keiner im Dorf den Auftakt verschlief, schossen die Schützen des Ortes Salut. Danach gab es bis 22 Uhr, da gingen die Lichter des Weihnachtsmarktes wieder aus, kein Halten mehr. Auch ein Verdienst der Petrijünger, des Kultur- und Geschichtsvereins, des Verschönerungs- beziehungsweise des Hundsportvereins, die sich nicht nur als Händler einbrachten. Das Bürgerhaus dagegen war fest in Kita-Hand, fühlten sich die Kinder wie im Märchenwald. Denn es fehlte an nichts: Bastelstraße, Kinderschminken, der Größte neben dem Weihnachtsmann war für die Kinder allerdings Clown Pumpelstrumpf. Und obwohl der Adventsmarkt ein runder Erfolg war, gibt es nun ein Problem: Wo wird 2011 der Weihnachtsmarkt sein? Eine endgültige Entscheidung, so war abschließend aus Ebendorf zu hören, soll aber spätestens zu Ostern fallen.

 

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