Bias l 15 Jahre jung war Alfred Pakendorf, als die Biaser Feuerwehr vor 60 Jahren gegründet wurde. Und er war eines der Gründungsmitglieder. Er saß mit am Tisch im fast vergessenen Dorfgasthof des Ortes, als acht Männer und Jünglinge die Freiwillige Feuerwehr Bias aus der Taufe hoben. "Ich war das jüngste Mitglied damals", weiß er noch. Aber dass er deshalb sonderlich aufgeregt gewesen wäre, dass kann er nicht behaupten. "Es war eben so", pflichtet ihm sein Alterskamerad Werner Johannes bei. Auch er gehört noch zu den Gründungsmitgliedern - sie sind die letzten zwei.

"Brandschutz war nicht nur einen Tradition, sondern war etwas sehr Wichtiges und hatte einen sehr hohen Stellenwert", erinnert sich Alfred Pakendorf. Neben dem bis heute "normalen Feuerwehrdienst", waren die Feuerwehrmänner früher noch für den Brandschutz in den Häusern verantwortlich. "Da hatten wir richtige Kontrollen zu machen in allen Haushalten, mit den Öfen und Herden", erzählt er. Ebenfalls gut in Erinnerung ist ihm das Wachestehen. "Wir wurden an Festtagen wie dem 1. Mai positioniert, um Wache zu halten, damit niemand ein Feuer legt an so einem besonderen Tag."

Auch an seinen ersten großen Brand erinnert er sich noch sehr genau: "Ein Blitz hatte im Gehöft von Otto Wecke eingeschlagen. Die Tiere mussten raus und auch das Nebenhaus musste evakuiert werden. Ich war damals Maschinist und musste die Wasserzufuhr sichern." Auch als der Mietenplatz einmal in Brand stand, war Alfred Pakendorf mit vor Ort. "Damals

pumpte ich das Wasser noch mit der Hand", erinnert er sich und lächelt. Werner Johannes erinnert sich gern an die Wettkampfzeit. "Ich habe auf unterschiedlichen Positionen daran teilgenommen. Es hat die Kameradschaftlichkeit sehr gestärkt."

Als die Wehr kurz nach der Wende nur noch so wenig Mitglieder hatte, dass sie kurz vor dem Aus stand, war es dann Alfred Pakendorf, der die Funktion des Ortswehrleiters übernahm und wieder Schwung und auch Mitglieder in die Wehr brachte. "In einem Dorf gehört die Feuerwehr einfach dazu und wir sehen es auch als unsere Pflicht", bringt es Werner Johannes auf den Punkt.

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