Es sind zwei schöne Geschenke, aber genauso lohnenswert für den Eigenbedarf. Am Mittwochabend wurden der Zerbster Heimatkalender und die neue DVD der Reihe "Zerbst zur Schmalfilmzeit" der Öffentlichkeit präsentiert.

Von Helmut Rohm

Zerbst l Er kommt etwas dicker als in den vergangenen Jahren daher. Auf gut 250 Seiten bietet der Zerbster Heimatkalender 2014 ein "buntes Potpourri", auf das Agnes-Almuth Griesbach bei der öffentlichen Präsentation am Mittwochabend vor gut 100 interessierten Gästen im Katharina-Saal der Stadthalle neugierig macht.

Die Vorsitzende des Vereins Regionalgeschichte Anhalt-Zerbst, der den Kalender in Zusammenarbeit mit der Stadt Zerbst herausgibt, gibt einige Einblicke in den vielseitigen und breit gefächerten Inhalt des im 55. Jahrgang erscheinenden Heimatkalenders. Da geht es um die Bodenfunde des Jahres 2012, aber auch um Goethe als Freimaurer, um die Jahrfeiern verschiedener Ortschaften 2013. Zerbster Industrie-Geschichte wird wieder lebendig. 2014 ist der Beginn des Ersten Weltkriegs 100 Jahre her. Auch das ist ein Thema. Wie der Blick ins 18. Jahrhundert mit verschiedenen Zerbst betreffenden Texten.

"Hier finden Sie bestimmt alle etwas Nettes zu lesen", so die Vereinsvorsitzende. Zugleich ruft sie zur Mitarbeit an der traditionsreichen Publikation auf.

"Das ist ein Stück lebendige Zeitgeschichte, das seinesgleichen sucht", würdigt Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) den Zerbster Heimatkalender und genauso die DVD-Reihe "Zerbst zur Schmalfilmzeit". Er dankt allen Akteuren, die an beiden Projekten mitgearbeitet haben.

"Das Unglaubliche ist passiert. Die fünfte DVD, Zerbst zur Schmalfilmzeit\' ist erschienen", sagt ein nach wie vor von der Zerbster Resonanz und Entwicklung begeisterter Lars Eichhorn, Inhaber der die technische Umsetzung realisierenden Eulenspiegel Multimedia Magdeburg. Er habe das ebenso wenig erwartet, wie Mitinitiator Peter Schondorf, der mit seiner Unternehmensgruppe die Reihe auch durchweg unterstützt hat.

Dieses Mal geht es um "Die 70er und 80er Jahre" und damit, so Lars Eichhorn, definitiv um das Ende der Schmalfilmzeit. Mit der Wende kamen die Videokameras. Dennoch gibt es auch mit dieser Filmsammlung noch einige Eindrücke aus dem Zerbst der 1990er Jahre, unter anderem mit besonderen Aufnahmen vom Zerbster Flugplatz. Einen Vorgeschmack gab es am Dienstagabend mit einem Ausschnitt der insgesamt 60-minütigen DVD.

Es gebe nur ganz wenige Städte, die auf eine solche Reihe verweisen könnten, sagt Lars Eichhorn. "Dass dies von innen aus der Stadt Zerbst heraus und in Eigeninitiative entstanden ist und sich entwickelt hat - Wahnsinn."

Es sei nie um den Anspruch historischer Relevanz gegangen, betont Peter Schondorf. "Gezeigt werden sollen Ereignisse, wie sie der Zerbster erlebt hat, das private Leben der Zerbster seit Anfang der 1930er Jahre", verweist er auf das DVD-Spektrum, das mit einer Schmalfilmsammlung begann, die den Zeitraum von 1935 bis 1989 umfasste.

Die Nachfrage ist noch immer ungebrochen. Die DVDs sind zum Beispiel beliebt bei Familientreffen zum Weihnachtsfest. Komplette Sets sind so gut wie nicht mehr zu haben. Vor allem die Ausgabe zu "Neuanfang und 1000-Jahrfeier" ist vergriffen. "Sie wird noch einmal aufgelegt", kündigt Peter Schondorf an.

Und obwohl die jetzige DVD eigentlich ein Abschluss ist, das Interesse und auch weiteres Filmmaterial noch da sind, hat das Nachdenken über neue Projekte längst begonnen. "Vielleicht finden wir ja noch ein Thema", so der vorsichtige Ausblick.

Der Zerbster Heimatkalender 2014 kostet 5 Euro. Die DVD ist für 14.90 Euro zu haben.