Loburg (ag/ak). Der Winter macht Feuerwehren, Rettungsdiensten, Ver- und Entsorgern zu schaffen. Wie sieht es aktuell aus?

- Rettungsdienst: "Die Hilfsfrist von zwölf Minuten ist bei diesem Wetter nicht einzuhalten", erklärt Jörg Stumpf. Der beim Deutschen Roten Kreuz in Burg für den Rettungsdienst zuständige Mitarbeiter sieht vor allem in den schlecht geräumten Straßen das Problem: "Wir brauchen selbst in der Stadt für Strecken, die wir normal in vier Minuten schaffen, mehr als zehn Minuten." Die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist – für Rettungswagen und Feuerwehren zwölf, für Notärzte 20 Minuten – ist vorgegeben für sommerliche Straßenverhältnisse. Doch zum Glück müssen die Rettungskräfte in diesen Tagen nicht vermehrt ausrücken, teilt Stumpf mit.

- Feuerwehr: Auf ein zügiges Vorankommen achten auch die Feuerwehrkameraden. Aber: "Dabei ist erstrangig das Eintreffen zu sehen und nicht die Schnelligkeit. Was nutzt eine schnelle Feuerwehr, die ganz schnell im Straßengraben liegt?", fragt Steffi Priese von der Pressestelle des Landkreises. Alle 92 Wehren sind einsatzbereit. Es melden sich sogar mehr Mitglieder, weil viele zwischen den Jahren Urlaub haben.

Ausrücken mussten die Wehren an den Weihnachtsfeiertagen vermehrt wegen abgeknickter Bäume auf Straßen, in Loburg lösten die Kameraden ein Schneebrett von einem Dach.

- Nahverkehr: "Toi, toi, toi, bisher hatten wir keinen Unfall", meint NJL-Chefin Jutta Frömmrich. Allerdings haben viele Busse etwa 5 bis 10 Minuten Verspätung, "im Genthiner Raum sogar bis zu 15 Minuten." Riesdorf und auch Neubuchholz könnten nicht angefahren werden. Zu hoch liegt der Schnee. Auch einige Haltstellen seien wegen der Schneeberge für Fahrgäste nicht zugänglich. "Ansonsten kommen wir gut zurecht", so Frömmrich.

- Müllabfuhr: Mit elf Müll- autos ist die AJL im Kreis unterwegs. In manch einer Straße kommen die Brummis jedoch nicht durch – zu viel Schnee türmt sich am Wegesrand. Manche Tonnen bleiben stehen, weil sie nicht über die Schneeberge gehoben werden können. Zusätzliche Fahrten könnten nicht eingeplant werden, zumal nicht garantiert ist, dass dann Schnee geschoben wurde.

- Wasser/Abwasser: Wenig Probleme gibt‘s bei der Wasserversorgung. "Rohre platzen kaum, dafür liegen sie zu tief", erklärte TWM-Sprecher Peter Bogel. Einzig in Theeßen, Drewitz und Wüstenjerichow sei nachts kurz der Strom ausgefallen. Damit nahm der Wasserdruck ab, was aber kaum ein Bürger bemerkt habe. Sorgen bereite dagegen das Schmelzwasser, das bald die Pumpstationen überlasten könnte, so Wilfried Noack, Technischer Leiter bei Heidewasser.