Eine Tradition zu Silvester ist es, das Jahr mit einem lauten Knall zu beenden. Feuerwerkskörper und Raketen haben Hochkonjunktur. Früher sollten diese böse Geister vertreiben, heute ist es mehr ein teures Vergnügen. Der Absatz läuft gut, aber die Polizei warnt.

Zerbst. D-Böller, Leuchtfontänen, Bienen oder Heuler – die Vielfalt des erhältlichen Feuerwerkarsenals kennt keine Grenzen. Knapp 110 Millionen Euro gaben die Deutschen insgesamt im letzten Jahr für Knallkörper aus. Ob Jugendliche oder Erwachsene – das Leucht- und Knallspektakel am 31. Dezember zieht alle in seinen Bann.

"Bereits um 8 Uhr haben die ersten draußen gewartet, dass wir öffnen. Das hat selbst uns überrascht", erzählt Thomas Panjas, Marktleiter des Zerbster toom-Baumarktes. Großer Renner in diesem Jahr sind die größeren Batterien, die teilweise für Minuten ein schönes Leuchtspektakel bieten. "Die Kunden investieren sehr viel Geld und dafür soll es dann natürlich auch gut aussehen", weiß Panjas. China-Böller und alles was nur knallt wird dagegen nur noch von Jugendlichen gekauft. "Die stürzen sich als erstes darauf", sagt der Marktleiter. Das Geschäft läuft auch in diesem Jahr wieder gut. Neben den Batterien ist auch die Vielfalt bei den Kunden großgeschrieben. "Sortimente mit vielen verschiedenen Sachen sind ebenfalls sehr beliebt", informiert Panjas.

Im Hagebaumarkt sieht die Situation ähnlich aus. Tischfeuerwerk, Raketen und Leuchtbatterien werden hier angeboten. Aber auch die lauten China-Böller erfreuen sich besonders bei Jugendlichen einer großen Beliebtheit.

Neben der Drogeriekette Rossmann auf der Alten Brücke hat auch Mac Geiz seit gestern Feuerwerkskörper in seinen Verkaufsregalen. "Heute morgen warteten ein paar Leute fast zwei Stunden lang, bis sie endlich die Böller kaufen konnten", sagt Filialleiterin Kerstin Guhde. Der Renner bei jungen Leute ist und bleibt hier die Packung China-Böller. Aber auch bunte Fontänen und Batterien sind heiß begehrt. "Hier hat schon ein Paar insgesamt 90 Euro nur für Knallerei ausgegeben. Es läuft also wie in den Jahren zuvor: Gut."

Polizei warnt vor Billigprodukten

Indes informiert die Polizei über die richtige Gebrauchsanweisung dieser kleinen Sprengkörper. "Auch wenn der Verkauf gestern begonnen hat, ist ein Abbrennen erst ab morgen bis zum 1. Januar, 24 Uhr gestattet", informiert Jürgen Hopstock von der Präventionsabteilung der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost. Erhebliche Geldstrafen erwarten jene, die sich nicht daran halten. Weiterhin sollte beachtet werden, dass nur Feuerwerkskörper verwandt werden, die ein Prüfsiegel des Bundesamtes für Materialprüfung und eine Prüfzahl aufgedruckt haben. Dennoch bedeutet die Kennzeichnung nicht, dass die Feuerwerkskörper ungefährlich seien, sondern nur, dass sie bei fachgemäßer Verwendung handhabungssicher sind, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbraucherschutzministeriums Sachsen-Anhalt. Angst und bange ist die Polizei bei der Verwendung von Billigprodukten aus dem Ausland. "Sogenannte Schnäppchen aus Tschechien oder Polen sind gefährlich. Sie besitzen eine hohe Sprengkraft und unterliegen nicht dem deutschen Sicherheitsstandard", erklärt Hopstock.