"Sind die Lichter angezündet ..." Auf den alljährlichen Lichterzauber will kaum jemand verzichten. Der Weihnachtsmarkt lebt davon, geschmückte Vorgärten finden zudem viele Fans. Schöner, aber teurer Lichterglanz ist das: Experten raten inzwischen konsequent zum Umstieg auf Lichtsparelemente.

Magdeburg l Das Riesenrad auf dem Weihnachtsmarkt macht es in diesem Jahr vor. Nur ein geübter Blick erkennt, dass etwas anders ist am Lichterglanz als in den letzten Jahren. Der Betreiber vom riesig-runden Fahrgeschäft hat seine 10000 Lichter auf energiesparende LED umgestellt. "Das bedeutet, er braucht nur noch etwa ein Zehntel des bisherigen Strombedarfs", berichtet Sigmar Kunze, Chefelektriker des Weihnachtsmarktes. Kunze weiß auch von einigen Stand- und Karussell-Betreibern zu berichten, die allmählich auf die stromsparenden Minileuchten umstellen. Es scheint der beste Weg, um den stetig steigenden Stromkosten ein Schnippchen zu schlagen. Denn der Lichterglanz, ob auf dem Weihnachtsmarkt oder im reich geschmückten Vorgarten, schlägt ordentlich auf die Kosten. Ein paar hundert Euro sind da schnell "verbrannt". Die Menge macht\'s.

Wer sich im Privathaushalt auf seinen Weihnachtsbaum und einige Lichterbögen beschränkt, braucht die Rechnung indes nicht zu fürchten. Beispiel: Eine Lichterkette am Weihnachtsbaum mit ca. 40 Watt, die zwei Wochen lang acht Stunden am Tag brennt, schlägt bescheiden mit rd. 1 Euro zu Buche. 2 Schwibbögen und eine kleine Lichterkette (ges. 60 Watt) würden im vollen Dezember (bei Laufzeit 8 Stunden am Tag) rund 3,50 Euro verbrauchen. Angenommen wurde ein kw/h-Preis von derzeit ca. 24 ct. Deutlich günstiger geht\'s mit LED (lichtemittierenden Dioden), die nur einen Bruchteil des Stroms verbrauchen.

Gern hätte Fred Raabe, Geschäftsführer der Weihnachtsmarkt GmbH, seinen Chefelektriker Kunze schon mit der Umstellung der Weihnachtstanne auf Stromsparlämpchen beauftragt. Aber: Die sind in der Anschaffung drei- bis viermal so teuer wie herkömmliche Lichterketten. Das Geld muss erst mal da sein, erwirtschaftet werden über die Standgebühren, "und diese Gebühren haben wir in den letzten Jahren nicht erhöht", bemerkt Geschäftsführer Raabe. "Nächstes Jahr soll der Weihnachtsbaum auf dem Alten Markt aber mit LED-Lichtern erstrahlen", gibt Fred Raabe das Ziel vor. Die Sache hat auch einen Eigennutz. Die GmbH muss als Betreiber des Weihnachtsmarktes jedes Jahr mehrere Tausend Euro nur für die Beleuchtung berappen. Rund 2500 Lichter schmücken allein die große Weihnachtstanne vor dem Rathaus, rund 26000 "Birnchen" zieren die Dachkanten rings um den Alten Markt. Hinzu kommen 90 Herrnhuter Sterne, diverse "Engelchen" u.v.m. Sukzessive stellen Stand- und Marktbetreiber die Beleuchtung nun auf energiesparende Leuchtmittel um, denn das Motto heißt Kosten sparen, auch beim Lichterzauber.

Die Hersteller bieten inzwischen verschiedenste Lösungen an, von der Energiesparlampe bis zu LED für den Innen- und Außenbereich. Sogar künstliche Kerzen mit "Flackereffekt" für den Weihnachtsbaum sind in den Verkaufsregalen zu finden. Wer sich für derlei Attrappen entscheidet, kann den Geldbeutel und die Umwelt schonen. Übrigens: Im Privathaushalt macht der leuchtende Weihnachtsschmuck eher den kleineren Anteil am Stromverbrauch aus. Die echten Stromfresser sind ältere Elektrogeräte im "Dauerbetrieb" wie Kühlschränke (100 Watt im Kühlbetrieb) oder Deckenfluter (150-200 Watt), auch der Wasserkocher (ca. 1800 Watt), der Staubsauber (ca. 1600 Watt) oder der Toaster (ca. 1000 Watt) schlucken bei häufiger Benutzung ordentlich. "Deshalb empfiehlt es sich, sich vor Neuanschaffungen zu informieren. Möglich ist das z.B. bei uns in der Energieberatung im Kundencenter", meint Cornelia Kolberg, Sprecherin der SWM. In der Energieberatung gibt es zur Anschauung z. B. einen Lichtkoffer, aus dem die Energieberater verschiedene Leuchtmittel vorstellen können. "Außerdem kann man sich Messgeräte kostenlos ausleihen", ergänzt sie. Eine "böse Bescherung" mit saftiger Stromrechnung lässt sich auf diese Weise verhindern.

 

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