Der Hirsch gilt als Bestandteil des historischen Dreigestirns vor dem Alten Rathaus. Er gehörte zu den drei bedeutenden Kunstwerken, die im Mittelalter den Alten Markt zierten.

Magdeburger Reiter, Roland und Hirsch bildeten ein Symbol für das Selbstbewusstsein der Stadt. Der Reiter steht für die Tributpflicht an den Kaiser und der Roland für das Unabhängigkeitsstreben der Stadt. Der Hirsch verkörpert laut Legende die Verheißung des Paradieses, also das Ende des irdischen und den Beginn des ewigen Lebens.

Mit der Gestaltung der neuen Statue war die Künstlerin Martina Seffers beauftragt, die bereits den Roland (2005) geschaffen hatte. Die Vorlage für den neuen Magdeburger Hirsch fand die Künstlerin in der "Chronik der Sachsen und Niedersachsen" von Johannes Pomarius aus dem Jahr 1589.

Die renommierte Kunstgießerei Flierl aus Berlin übernahm den aufwendigen Bronzeguss.

Der Hirsch, der im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden sein soll, kehrt auf den Alten Markt zurück. Das historische Dreigestirn am Rathaus ist ab Freitag wieder komplett. Möglich machten auch diese Wiederauferstehung Spenden. Mehr als 50 000 Euro kamen zusammen.

Magdeburg l "Wir sind total glücklich und freuen uns auf die Einweihung! Gut drei Jahre lang haben wir dafür Spenden gesammelt, damit nach dem Bau des Rolands ,Colossus Magdeburgensis\' vor dem Rathaus auch der Hirsch zurückkehren kann", sagte Falko Balzer, Vorsitzender des Vereins "Denkmalensemble Alter Markt" gestern der Volksstimme. "Wir hatten uns der Aufgabe gestellt, das historische Dreigestirn mit Reiter, Roland und Hirsch wieder zu komplettieren", so Balzer. "Dabei liegen die Kosten für den Hirsch bei rund 70 000 Euro. Davon haben wir mehr als 50 000 Euro von Privatpersonen und Unternehmen aus der Region eingenommen."

Dazu kamen Sachspenden, Eigenmittel und 15 000 Euro als Zuschuss vom Land aus einem Programm zur Förderung von Kunst und Kultur. Falko Balzer schätzt nach seinen Erfahrungen im Denkmalsvereins ein: "Wenn es um die alten Schätze unserer Stadt geht, öffnen viele Magdeburger ihr Herz - und ihr Portemonnaie."

Eine Erfahrung, die bereits das Kuratorium für den Wiederaufbau der Johanniskirche eindrucksvoll machte. Auch der Domförderverein kann auf die Spendenfreude der Magdeburger zählen (s. untenstehenden Beitrag).

Und so kann Oberbürgermeister Lutz Trümer (SPD) an diesem Freitag die Hirschstatue enthüllen. Mit dabei sein wird der Bürgermeister aus Magdeburgs US-Partnerstadt Nashville (Tennessee), Karl Dean. "Er kennt unseren Hirsch schon. Bei einem Besuch 2009 hatte ich ihm ein Buch unserer nachgedruckten ,Chronik der Sachsen und Niedersachsen\' von 1589 übergeben", sagte Balzer. Die darin enthaltene Abbildung der Hirschstatue diente der Künstlerin Martina Seffers (Niederndodeleben) als Vorlage. Am Donnerstag soll er bereits an seinem Bestimmungsort aufgestellt werden. Ab Freitag können sich dann die Spender aus Magdeburg und Umgebung "ihren" Hirsch aus Bronze aus der Nähe ansehen.

Zur feierlichen Einweihung der Hirschstatue mit OB lädt der Verein für kommenden Freitag, 16 Uhr, ein.