Magdeburg l Lukas Novy ist 28 Jahre alt, stammt aus dem tschechischen Brno, ist Politiker bei der Piratenpartei und trägt ein Nudelsieb auf den Kopf. Aber das ist okay, man kennt ihn so. Denn Lukas ist ein Pastafari. Oder, um genauer zu sein, Anhänger des "fliegenden Spaghettimonsters". Und da gehört das Nudelsieb auf dem Kopf quasi dazu - der arme Mann kann ja nichts dafür.

Der "Pastafarianismus" ist eine vom Amerikaner Bobby Henderson entwickelte Religion. Eben dieser gehört auch Lukas Novy an und verewigte sich und sein Nudelsieb auf seinem offiziellen Personalausweis.

Schöpfer der Welt aus Sicht der Pastafaris ist eben jenes "Spaghettimonster". Und dessen ursprüngliche Jünger die Piraten. Wenn auch die auf den Weltmeeren, nicht die in den Parlamenten. Sie feiern das Pastafest und vor allem Freitage, an denen sie es besonders ruhig angehen lassen. Nach dem Tod erwartet die Gläubigen ein Biervulkan und eine Stripper-Fabrik. Auch Gebote gibt es beim "Pastafarianismus". Die klingen aber etwas anders: "Mir wär\'s wirklich lieber, Du würdest nicht rumgehen und Leuten erzählen, ich würde zu dir sprechen. Du bist nicht SO interessant." Oder: "Mir wär\'s wirklich lieber, Du würdest Dir die verklemmten, frauenfeindlichen Vorstellungen anderer nicht auf nüchternem Magen anhören. Esst etwas, dann macht euch über die Idioten her."

Weltweit soll es inzwischen zehn Millionen Pastafaris geben. Nur nicht in tschechischen Behörden. Die haben Novys Ausweis inzwischen wieder eingezogen.