Hoyerswerda l Viele Eltern tun sich schwer, für ihr Neugeborenes den passenden Namen zu finden. Im Zoo Hoyerswerda kennt man das Problem nicht. Dort ist man bei der Namensvergabe von Neuankömmlingen besonders kreativ.

Vor allem, wenn es sich um extrem seltene Geschöpfe handelt. Erstmals in Deutschland ist es dem Zoo gelungen, kubanische Rautenkrokodile zu züchten. Gleich sieben an der Zahl. Auf der Karibik-Insel gibt es nur noch etwa 4000 Exemplare in freier Wildbahn.

Echte Raritäten also, die im Foyer des Schlosses der Stadt in einem Terrarium residieren dürfen. Und ziemliche Racker. Einen Anführer hat die Baby-Truppe auch: "Fidel Castro". Kein Scherz. "Was würde besser passen für ein Kuba-Krokodil", meint die stolze Tierpflegerin. Revolutionär, oder? Andere Krokos heißen "Schnappi".

Mini-Chef "Castro" macht seinem Namen jedenfalls schon alle Ehre und hat bei der Kroko-Bande das Kommando übernommen. Hoffentlich teilt er, Kommunist durch und durch, sein Fressen mit den sechs Geschwistern (und beseitigt sie nicht heimlich).

Vielleicht löst er sogar einen Kult wie sein Namensgeber aus. Poster, Briefmarken, Kroko-Handtaschen - ein Riesengeschäft. Mehrstündiges Knurren, Fauchen und Brüllen könnten live im Fernsehen übertragen werden. Wer war noch mal Eisbär Knut?

Fehlt nur eine schicke Uniform für den etwa 22 Zentimeter langen Mini-Diktator. Und fürs Alter ein schöner, bequemer Trainingsanzug. Krokodile können nämlich bis zu hundert Jahre alt werden.