Wiesbaden (dpa/dapd) l Auf deutschen Straßen sind 2011 erstmals seit 20 Jahren wieder mehr Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Verkehrstoten wird nach Schätzungen des Statischen Bundesamtes in Wiesbaden bis zum Jahresende voraussichtlich auf 3900 steigen. Das wären rund sieben Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt gestern mitteilte.

Damit sterben in diesem Jahr durchschnittlich jeden Tag elf Menschen im Straßenverkehr - einer mehr als 2010, dem Jahr mit den bislang wenigsten Verkehrstoten seit Beginn der Statistik. Deutlich mehr Menschen als im Vorjahr starben 2011 auf Landstraßen. Von den Verkehrsteilnehmern traf der Anstieg besonders Fußgänger, Motorradfahrer, Jugendliche (15 bis 17 Jahre) und Senioren. Als einen wesentlichen Grund nennen die Statistiker die Witterung. Bei den Verletzten ist ebenfalls ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr zu erwarten, um etwa fünf Prozent auf 389000. Die Zahl der erfassten Unfälle wird dagegen voraussichtlich leicht sinken - um mehr als zwei Prozent auf rund 2,35 Millionen.

Zeitgleich hat der Auto Club Europa (ACE) mehr Geld für die Präventionsarbeit im Straßenverkehr gefordert. Die Bundesregierung habe den zuständigen Verbänden in den vergangenen 15 Jahren fünf Millionen Euro jährlich für die Verkehrssicherheitsarbeit zur Verfügung gestellt, sagte Wolfgang Rose, Vorsitzender des ACE. Durch die Inflation käme dies faktisch einem Rückgang gleich.

"Es wäre sicherlich kein Fehler, hier eine Million Euro draufzulegen", sagte der Experte. "Man muss sich auch mit der Frage auseinandersetzen, wie viel Geld muss ich investieren, um Erfolge zu erreichen", forderte Wolfgang Rose.