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Verfahren Anklage nach Anschlag auf Flüchtlingsunterkunft

Im Sommer 2025 war eine Flüchtlingsunterkunft im Ilm-Kreis angegriffen worden. Nun hat die Staatsanwaltschaft deswegen sechs Männer angeklagt. Sie wirft ihnen ein politisches Motiv vor.

Von dpa 27.02.2026, 10:37
Weil sie eine Flüchtlingsunterkunft attackiert haben sollen, hat die Staatsanwaltschaft Erfurt drei Männer unter anderem wegen versuchten Mordes angeklagt, sowie drei weitere wegen Beihilfe zum versuchten Mord. (Archivbild)
Weil sie eine Flüchtlingsunterkunft attackiert haben sollen, hat die Staatsanwaltschaft Erfurt drei Männer unter anderem wegen versuchten Mordes angeklagt, sowie drei weitere wegen Beihilfe zum versuchten Mord. (Archivbild) Martin Schutt/dpa

Erfurt/Ilmenau - Weil sie im Verdacht stehen, einen Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft verübt zu haben, hat die Staatsanwaltschaft Erfurt sechs Männer angeklagt. 

Hintergrund der Anklage ist ein Angriff auf eine Unterkunft für Geflüchtete in Gehren, einem Ortsteil von Ilmenau. Dort war Ende September 2025 eine Fensterscheibe der Unterkunft eingeschlagen und anschließend Feuerwerk in das Haus geworfen worden. In dem entsprechenden Zimmer lebte nach früheren Angaben eine dreiköpfige Familie. Im Zuge der Ermittlungen hatte es an mehreren Orten im Ilm-Kreis und im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Razzien gegeben.

Vorwurf versuchter Mord und Beihilfe zu versuchtem Mord

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Erfurt sagte, die Anklage wegen dieser Tat richte sich gegen sechs Männer, die zum Tatzeitpunkt zwischen 18 und 21 Jahren alt gewesen seien. Drei von ihnen seien unter anderem wegen versuchten Mordes angeklagt worden, drei von ihnen wegen Beihilfe zum versuchten Mord. Für ihre mutmaßliche Tat sollen sie eine Feuerwerksbatterie mit 19 Schuss verwendet haben.

Zwei Angeklagte noch in Haft

Das Anschlagsziel wurde den Ermittlungen zufolge wegen „einer ausländerfeindlichen Motivation gewählt“, wie die Sprecherin sagte. Die Angeklagten seien teilweise bereits vor dieser Tat strafrechtlich in Erscheinung getreten, wenngleich sie bislang nicht einschlägig vorbestraft seien.

Zwei der Angeklagten sitzen nach Angaben der Sprecherin der Staatsanwaltschaft noch in Untersuchungshaft. Die Haftbefehle gegen die übrigen vier Angeklagten sind gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden.

Anklage zugelassen, Termin bisher nicht absehbar

Die Anklage sei inzwischen beim Landgericht Erfurt eingegangen, sagte eine Sprecherin des Gerichts der Deutschen Presse-Agentur. Über die Eröffnung des Verfahrens sei allerdings bislang nicht entschieden worden, sodass auch noch unklar sei, ob und wann eine entsprechende Hauptverhandlung stattfinde.