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Barbara Wussow tauft Trainingsschiff der Seenotretter

Weil ein Schweizer den Seenotrettern viel Geld vererbt hat, konnten die Einsatzkräfte nun ein modernes Trainingsschiff in der Ostsee in den Dienst stellen. Zur Taufe in der Lübecker Bucht haben sie sich Unterstützung von einer Expertin für Kreuzfahrtschiffe geholt.

Von dpa 16.09.2021, 17:09 • Aktualisiert: 17.09.2021, 19:53

Neustadt in Holstein - „Traumschiff“-Schauspielerin Barbara Wussow hat das erste eigene Trainingsschiff der Seenotretter auf den Namen „Carlo Schneider“ getauft. Am Donnerstag übergab sie das 22 Meter lange Spezialboot in Neustadt in Holstein seiner Bestimmung.

Die Hotelchefin auf dem ZDF-„Traumschiff“ würdigte die Leistungen der Seenotretter und erzählte von einer Fahrt mit dem Traumschiff „Amadea“: „Wir waren mit der "Amadea" von Honolulu nach Yokohama unterwegs bei mehr als elf Beaufort und sehr grober See. Fenster gingen zu Bruch, der Rumpf trug Beulen davon. Ich habe allergrößten Respekt vor den Seenotrettern, die sich bei jedem Wetter mutig und selbstlos für andere einsetzen“. Sie bewundere das sehr, sagte die Schauspielerin.

Dank des 2017 gestorbenen Schweizers Carlo Schneider war der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) die Neuanschaffung überhaupt erst möglich geworden. Er hatte den Seenotrettern zweckgebunden Geld vermacht, mit dem die Sicherheit der Besatzungen erhöht werden soll.

Warum Schneider der DGzRS so viel Geld vermacht hat, konnte ein Sprecher nicht sagen. Es habe keine eindeutige Verbindung hergestellt werden können. Das komme bei Zuwendungen dieser Art immer wieder vor. „Wir kennen den Antrieb nicht und können leider auch nicht bei Verwandten nachfragen. Aber er muss uns sehr geschätzt haben.“

Auf dem Schiff können künftig auf Nord- und Ostsee Standards wie Sicherheit und Seemannschaft, Längsseitsgehen, Schleppen, Manövrieren, technische Navigation wie Radarausbildung, Kollisions- und Begegnungsfahrten, aber auch die Abbergung Verletzter aus Schiffsinnenräumen trainiert werden. Das auf der Werft Hermann Barthel in Derben an der Elbe (Sachsen-Anhalt) gebaute Schiff kann bis zu elf Knoten schnell fahren. Das entspricht gut 20 Kilometern pro Stunde. Die Seenotretter üben noch bis zum Wochenende die Koordinierung gemeinsamer Einsätze unter anderem mit den Marinefliegern, dem Zoll und der Bundespolizei.

Die Seenotretter sind zwischen Borkum und Usedom mit rund 60 Seenotrettungskreuzern und -booten auf 55 Stationen rund um die Uhr einsatzbereit. Die ohne Steuergelder finanzierte Organisation koordiniert von Bremen aus eigenen Angaben zufolge rund 2000 Einsätze im Jahr.