Hamburg (dpa) - Beim Einsturz eines Baugerüstes am Hamburger Millerntorplatz sind zwei Bauarbeiter tödlich verletzt worden. Einen der Männer holten Rettungskräfte lebensgefährlich verletzt aus den Trümmern, einen zweiten konnten sie nur noch tot bergen, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte.

Am Abend wurde bekannt, dass laut Polizei ein zweiter Mann nach dem Unfall im Krankenhaus gestorben ist. Zunächst war unklar, ob es sich um den Verschütteten handelte.

"So einen Einsturz habe ich noch nicht erlebt", sagte Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger an der Unglücksstelle. An einer Seite des sechsgeschossigen Rohbaus war das Gerüst aus noch ungeklärter Ursache komplett eingestürzt.

Mindestens 140 Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr waren an dem Stahlbetonbau im Hamburger Stadtteil St. Pauli im Einsatz. Am Millerntorplatz beginnt die Hamburger Reeperbahn und somit die zentrale Straße im Vergnügungsviertel von St. Pauli.

"Das Problem an der Einsatzstelle ist, dass wir Stein für Stein in die Hand nehmen müssen und alles so verkeilt ist", so Unger. Zudem hätten die Frauen und Männer "unter Lebensgefahr die Menschenrettung dort durchgeführt", weil weitere Teile des Gerüstes und Ziegel herabzufallen drohten. "Das war ein hochgradig belastender Einsatz."

Am Unfallort war die Feuerwehr mit Drehleitern und einem Feuerwehrkran im Einsatz - auch, um Gerüstteile zu sichern. "Denn der Rest des Gerüstes ist natürlich instabil", sagte Unger während des laufenden Einsatzes. Am Abend war rund um den Rohbau nichts mehr einsturzgefährdet. Die Feuerwehr hat ihren Einsatz beendet.

Einer der Bauarbeiter sprang eigenen Angaben zufolge während des Unfalls in ein Fenster und brachte sich so vor herabstürzenden Teilen in Sicherheit. "Ich habe gedacht, ich kann nicht mehr rennen, und dann bin ich zum Fenster reingegangen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur unmittelbar nach dem Unfall. "Ich danke Gott dafür, dass er mein Leben für meine Kinder gerettet hat."