Rouen (dpa) - Nach einem Feuer in einer Chemiefabrik in der nordfranzösischen Stadt Rouen am Donnerstag bleiben die Schulen und Kinderkrippen in der Region geschlossen.

In zwölf Kommunen würden die Einrichtungen am Freitag vorsorglich nicht öffnen, teilte die zuständige Präfektur mit. Das Innenministerium hatte die Bürger aufgefordert, so weit wie möglich in Gebäuden zu bleiben und sich nicht dem Rauch auszusetzen. Verletzte gab es nicht. Landwirte und Züchter wurden aufgerufen, ihre Tiere nach drinnen zu bringen, deren Futter zu schützen und die Ernte vorerst einzustellen.

Der Brand konnte am Donnerstagabend vollständig gelöscht werden, wie die Präfektur mitteilte. Es bestehe noch das Risiko, dass sich nach der Löschung Geruch verbreite, so die Präfektur auf Twitter. Nach Angaben der Präfektur waren am Brandort 240 Feuerwehrleute sowie 90 Polizisten und Gendarmen im Einsatz.

Aus der Chemiefabrik war zuvor eine gigantische schwarze Rauchsäule aufgestiegen. Französische Medien berichteten von riesigen Flammen und Explosionen in der Fabrik des Unternehmens Lubrizol, das Zusatzmittel für Öle herstelle. Die Produktionsanlage liegt wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

Die Fabrik in der Normandie gehört nach Behördenangaben in die sogenannte Seveso-Kategorie von gefährlichen Standorten, die besonders überwacht werden. Im italienischen Seveso bei Mailand war es 1976 zu einem verheerenden Chemieunfall gekommen.

Der Präfekt der Region Normandie, Pierre-André Durand, sagte dem Nachrichtensender Sender BFMTV, es sei zunächst keine "hohe Giftigkeit" in Proben festgestellt worden. Eine Verschmutzung der nahe gelegenen Seine könne aber nicht ausgeschlossen werden. In dem Fluss seien Staudämme gegen die Verschmutzung aufgebaut worden, erklärte die Präfektur.

Der Brand sei am frühen Morgen gegen 02.40 Uhr ausgebrochen, berichteten die Behörden. Die Ursache blieb zunächst unklar. Rouen ist eine regionale Metropole und liegt an der Seine zwischen Paris und der Hafenstadt Le Havre.

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