Eis und Schnee Eisparty unmöglich: Warum friert der Maschsee nicht zu?
Wieso bleibt der Maschsee trotz des eisigen Wetters für Winterspaß ungeeignet? Wind, Schnee und die geringe Tiefe sorgen für überraschende Effekte – und machen das Betreten gefährlich.

Hannover - Trotz anhaltender Frosttage friert der Maschsee in Hannover nicht ganz zu. An einen erneuten Schlittschuh-Spaß auf dem See wie zuletzt im Jahr 2012 mit rund 150.000 Besuchern ist daher derzeit nicht zu denken. Ursache dafür ist nach Einschätzung eines Experten ein Zusammenspiel mehrerer physikalischer Faktoren wie Wind, Wassertiefe und Schneedecke.
Ob ein See zufriert, hänge nicht allein von der Lufttemperatur ab, erklärt Björn Maronga vom Institut für Meteorologie und Klimatologie der Leibniz Universität Hannover. Eine wichtige Rolle spielen demnach Wind und die Durchmischung des Wassers.
Maschsee ist fast dauerhaft vollständig durchmischt
Der Maschsee sei mit rund zwei Metern Tiefe vergleichsweise flach und daher nahezu dauerhaft vollständig durchmischt. Bei Wind werde dabei wärmeres Wasser aus tieferen Schichten an die Oberfläche transportiert – was den Gefrierprozess verzögere.
Hinzu komme die isolierende Wirkung von Schnee. Sobald sich eine dünne Eisschicht bildet, könne sich darauf Schnee ablagern. Dieser schirme den Frost vom Wasser darunter ab. Dadurch kühle das Wasser unter dem Eis nur noch sehr langsam weiter aus, erklärt der Experte.
See ist nicht für das Betreten freigegeben
Entsprechend zeigt sich die Eisdecke auf dem größten Gewässer in der niedersächsischen Landeshauptstadt derzeit sehr unterschiedlich ausgeprägt. Nach Angaben der Stadt Hannover ist der Maschsee nicht für das Betreten freigegeben. Der Schlittschuh-Spaß fällt also aus.
Während im nördlichen Bereich stellenweise eine durchgehende Kerneisschicht von sechs bis neun Zentimetern gemessen werde, gebe es im Süden größere eisfreie Flächen. Im Bereich der schmalsten Stelle des Sees hat sich demnach ein etwa 50 Meter langer eisfreier Bereich von Ost nach West gebildet, in dem sich viele Vögel aufhalten.
Stadt: 13 Zentimeter tragfähiges Kerneis wären erforderlich
Für eine Freigabe wären nach städtischen Angaben mindestens 13 Zentimeter tragfähiges Kerneis erforderlich. Da für die kommenden Tage steigende Temperaturen vorhergesagt sind, rechnet die Stadt derzeit nicht damit, dass diese Eisdicke erreicht wird. Besucher werden weiterhin eindringlich davor gewarnt, die Eisflächen zu betreten.
Während der Eisparty auf dem Maschsee vor ziemlich genau 14 Jahren hatten sich knapp eine Woche lang etliche Menschen auf dem zugefrorenen Stillgewässer vergnügt. An einem Wochenende waren damals dort rund 150.000 Besucher zur Eisparty gezählt worden. Tauwetter beendete schließlich den Winterspaß.
In der Zeit des Nationalsozialismus künstlich angelegt
Der Maschsee ist 2,4 Kilometer lang und bis zu 530 Meter breit. Er wurde in der Zeit des Nationalsozialismus als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme künstlich angelegt. Heute dient er den Menschen für zahlreiche Wassersportarten und als beliebtes Naherholungsgebiet – ob zugefroren oder nicht.