DFB-Pokal Erster Halbfinalist steht fest: Bayer bezwingt St. Pauli
St. Pauli wirft als Außenseiter im Pokal-Duell bei Bayer Leverkusen alles rein. Doch ein cleverer Terrier und ein Standard schocken die Kiezkicker. Die Werkself darf weiter vom Titel träumen.

Leverkusen - Bayer Leverkusen ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden und gegen den FC St. Pauli in das Halbfinale im DFB-Pokal eingezogen. Die Mannschaft von Trainer Kasper Hjulmand setzte sich im Viertelfinale mit 3:0 (1:0) gegen kämpferische Hamburger durch und darf weiter von einem Titel in dieser Saison träumen.
Vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena erzielten Martin Terrier (32. Minute), Patrik Schick (63.) und der eingewechselte Jonas Hofmann (90. +2) die Treffer für die Werkself.
„Wir haben uns schwergetan, haben es aber in der zweiten Halbzeit besser gemacht. Da haben wir eine gute Reaktion gezeigt“, sagte Sportgeschäftsführer Simon Rolfes bei Sky. Das Weiterkommen sei daher „verdient“ gewesen, meinte der 44-Jährige.
St. Pauli wirft alles rein
Schon früh wurde es nach einer ersten Ecke von St. Pauli gefährlich vor dem Bayer-Tor (4.). Doch im dicht besetzten Fünfmeterraum konnten die Gäste die Situation nicht nutzen. Bayer versuchte anschließend mit viel Ballbesitz die Kontrolle zu übernehmen und schob das Spiel zunehmend in die gegnerische Hälfte. St. Pauli begegnete diesem Ansatz mit einem frühen Pressing.
In der 17. Minute hatten die in der Bundesliga im Abstiegskampf steckenden Gäste großes Glück: Ben Voll, der anstelle von Stammkeeper Nikola Vasilj zwischen den Pfosten stand, spielte in der Eröffnung einen kapitalen Fehlpass direkt in die Füße der Hausherren. Schick reagierte vor dem leeren Tor jedoch zu zögerlich, sodass Karol Mets den Abschluss noch blocken konnte.
Terrier hellwach zur Führung
St. Pauli blieb aber gefährlich und verpasste in der 24. Minute die Führung, als Joel Fujita aus zwölf Metern knapp am Tor vorbeischoss. Die Gäste wurden nun stärker und drängten Bayer immer weiter in die eigene Hälfte. Trotz höherer Ballbesitzanteile agierten die Leverkusener oft zu behäbig, vor allem im Tempospiel nach vorn.
Nach dieser kurzzeitigen Druckphase der Gäste meldete sich Bayer zurück, blieb zunächst aber im Mittelfeld hängen. Als St. Pauli eine Hereingabe dann nicht konsequent klärte, nutzte der hellwache Terrier die Unordnung aus, drehte sich an der Strafraumkante und traf zum 1:0. Unbeeindruckt vom Rückstand kam Pauli vor der Pause noch zu einer Großchance. Doch Martijn Kaars schoss über das Tor (40.).
Standard bringt das 2:0
Mit einem Doppelwechsel sorgte St. Pauli direkt nach Wiederanpfiff für frische Impulse. Bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt bot sich zunächst jedoch das gleiche Bild wie vor der Pause: Die Hamburger versuchten geduldig, Lücken in der Leverkusener Abwehr zu finden, während Leverkusen zwar mehr Ballbesitz hatte, daraus aber kaum eigene Torraumszenen kreierte.
Bayer präsentierte sich aber erneut kaltschnäuzig und erhöhte mit der ersten Chance der zweiten Hälfte auf 2:0: Nach einer Ecke schlug Aleix Garcia eine Flanke aus dem Halbfeld auf Schick, der per Volleyschuss ins lange Eck traf. Pauli kam durch einen geblockten Schuss von Danel Sinani (70.) noch einmal gefährlich vors Tor, während Joker Hofmann (75.) für Leverkusen zunächst den Pfosten traf. In der Nachspielzeit machte es der 33-Jährige dann besser und traf zum Endstand. Bayer steht dadurch zum dritten Mal nacheinander im Halbfinale.