Agrar

Nach Brand: Großer Schweinezüchter will Kapazität senken

Von dpa

Alt Tellin/Genthin - Die Betreiber der abgebrannten Schweinezuchtanlage in Alt Tellin (Vorpommern-Greifswald) können sich vorstellen, ihre Kapazitäten in Zukunft zu reduzieren. Voraussetzung dafür sei eine Art „Zukunftsprämie für die Weiterentwicklung der Schweineproduktion“ oder eine „Stilllegungsprämie“, wie es sie in anderen Ländern schon gibt, teilte ein Sprecher der Landwirtschaftlichen Ferkelzucht Deutschland (LFD Holding) am Mittwoch mit. So gebe es in Dänemark und den Niederlanden entsprechende Programme, die auf Kapazitätsabbau und mehr Tierwohl bei Schweinen zielen.

Die LFD Holding gilt als größtes deutsches Ferkelzuchtunternehmen. Sie hat nach eigenen Angaben 400 Mitarbeiter in 11 Betrieben in Sachsen-Anhalt, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Brandenburg. Davon liegen Fahrbinde, Medow und Alt Tellin in Mecklenburg und Vorpommern. Insgesamt hält die LFD rund 55.000 Sauen, die pro Jahr Hunderttausende Ferkel werfen.

Die Anlage Alt Tellin war am 30. März abgebrannt. Dabei wurden etwa 50.000 Schweine, das Gros Ferkel, getötet. Die Brandursache ist noch unklar, die Justiz ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung. Unklar ist noch, was an dem Standort neu gebaut wird.

Am Mittwoch hat Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) Vertreter der Landwirtschaft, Schlachthöfen, Handel und Verbänden zu einem Krisengespräch geladen, unter anderem wegen der Probleme im Zusammenhang mit der der Afrikanischen Schweinepest.