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Comeback nach außergerichtlicher Einigung? Frühere Ost-Rockband Puhdys schließen wieder Frieden

Die Musiker der aufgelösten Rockband Puhdys haben ihren Streit um die Urheberschaft der Songrechte beigelegt, wie sie am Mittwoch überraschend mitteilten. 

Von Samantha Günther
ARCHIV - Die Musiker der Band Puhdys mit Bassgitarrist Peter Rasym (l-r), Sänger und Gitarrist Dieter Hertrampf, Sänger und Frontmann Dieter Birr, Keyborder Peter Meyer und Schlagzeuger Klaus Scharfschwerdt stehen am 16.09.2015 in Berlin vor der Mercedes-Benz-Arena zusammen.
ARCHIV - Die Musiker der Band Puhdys mit Bassgitarrist Peter Rasym (l-r), Sänger und Gitarrist Dieter Hertrampf, Sänger und Frontmann Dieter Birr, Keyborder Peter Meyer und Schlagzeuger Klaus Scharfschwerdt stehen am 16.09.2015 in Berlin vor der Mercedes-Benz-Arena zusammen. Archivfoto: picture alliance / dpa | Rainer Jensen

Berlin - Ein Streit der Puhdys beschäftigte eine Zivilkammer des Berliner Landgerichts. Es ging um Urheberrechte an bestimmten Songs. Nun sei dieser Kampf darum beendet, wie Dieter "Maschine" Birrs Anwalt Paul W. am Mittwoch überraschend mitteilte: "Die Parteien haben sich außergerichtlich geeinigt."

Laut BILD-Zeitung werden aber die Urheberrechte einiger Puhdys-Titel auf Birr umgeschrieben. Er verzichtet im Gegenzug auf die Rückzahlung bisher gezahlter Tantiemen für die betreffenden Songs. Über die Rückzahlungshöhe gab es keine Auskunft.

Birr sei alleiniger Komponist von 218 Lieder 

Vor fast zwei Jahren hatte Birr, der Kläger, mit der "Berliner Zeitung" über den Streit gesprochen: Es gebe zunächst eine Musterklage über zehn Songs, darunter "Alt wie ein Baum", sagte er. "Ich habe 300 Titel der Puhdys komponiert und 218 davon geteilt. 

"Ich habe mir die Titel zu Hause ausgedacht, an der Gitarre."

Dieter Birr

Der 77-jährige Frontmann Dieter Birr wollte für 218 Lieder als alleiniger Komponist eingetragen werden. Bei den Puhdys habe es keine Gemeinschaftskompositionen gegeben. "Ich habe mir die Titel zu Hause ausgedacht, an der Gitarre", so Birr.

Ein Comeback wird es nicht geben

Der 67-jährige Schlagzeuger Klaus Scharfschwerdt sagte auf BILD-Nachfrage: "Die Angelegenheit hat tiefe Wunden hinterlassen. Mit mir wird es kein Comeback der Puhdys geben." Der Keyboarder Peter Meyer schließt dagegen ein mögliches Comeback nicht ganz aus: "Nichts ist ausgeschlossen."

"Die Angelegenheit hat tiefe Wunden hinterlassen."

Klaus Scharfschwerdt

Band-Mitbegründer Harry Jeske starb im August 2020 im Alter von 82 Jahren. Er war wegen einer Erkrankung bereits 1997 bei den Puhdys ausgestiegen. Somit ist ein Comeback in der alten Besetzung ausgeschlossen.

In der DDR wurden die 1969 gegründeten Puhdys zwölf Mal zur beliebtesten Rockgruppe gewählt. 1989 löste sich die Band trotz vieler Fans zum ersten Mal auf. Nach dem Mauerfall machten die Puhdys dann wieder weiter - doch 2015 teilte eine der erfolgreichsten Bands aus dem Osten überraschend ihre Auflösung mit.