Erster Abschlussbericht Wie Bremen Betroffene von Gewalt besser schützen will
Als erstes Bundesland zieht Bremen Bilanz: Wie wird Betroffenen von Gewalt geholfen? Einige Meilensteine sind geschafft - doch es gibt noch Nachholbedarf.

Bremen - Bremen möchte Mädchen und Frauen besser vor Gewalt schützen. „Es ist ganz klar, dass wir mehr Prävention brauchen. Das ist das A und O“, sagte Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). Die Angebote sollen sich gezielt an Jungen und an Männer richten.
Darüber hinaus sieht Bremen Handlungsbedarf bei speziellen Beratungen - etwa zu Zwangsverheiratung, weiblicher Genitalverstümmelung oder bei Fällen von digitaler Gewalt.
Welche Bilanz Bremen nach vier Jahren zieht
Das ist das Ergebnis des ersten Abschlussberichts zur Umsetzung der sogenannten Istanbul-Konvention in Bremen. Die Konvention gilt seit Februar 2018 in ganz Deutschland: Die Bundesrepublik verpflichtet sich damit, Gewalt gegen Frauen zu verhüten und zu beseitigen. Ziel ist eine echte Gleichstellung von Frauen und Männern sowie eine Abschaffung von Diskriminierung.
Bremen gilt als Vorreiter bei der Umsetzung: Als eines der ersten Bundesländer entwickelte das Land im März 2022 einen Landesaktionsplan und setzte bisher 71 von 75 geplanten Maßnahmen um. Der Plan wird nun überprüft, um Lücken im Hilfesystem zu finden und zu schließen. Das endgültige Ergebnis soll im April vorgestellt werden.
Als Meilenstein gilt etwa die Eröffnung einer Gewaltschutzambulanz, wo schon Hunderte Opfer von häuslicher oder sexualisierter Gewalt Hilfe fanden. Außerdem gründete Bremen als erstes Bundesland einen Betroffenenbeirat, um Betroffenen eine Stimme zu geben und sie bei der Umsetzung von Maßnahmen einzubinden.