Bahnverkehr Winterwetter hat Sachsen weiter fest im Griff
Züge fahren Umwege, Lkw blockieren Autobahnen und eisige Temperaturen legen Sachsen lahm. Zum Wochenstart wird es eisig kalt und extrem glatt.

Leipzig - Das winterliche Wetter hat Sachsen weiter fest im Griff. Landesweit haben Eis und Schnee den Verkehr auf der Straße und der Schiene am Wochenende beeinträchtigt. Nach Angaben der Bahn war am Samstag vor allem der Knotenpunkt Erfurt betroffen, was auch Auswirkungen auf Sachsen hatte. So waren einige Weichen wegen der eisigen Temperaturen nicht funktionsfähig, wie ein Bahnsprecher auf Anfrage sagte.
Die Verbindungen von Erfurt nach Leipzig und Halle wurden über Naumburg umgeleitet. Gegen Mittag konnte die Strecke nach Angaben der Bahn aber wieder freigegeben werden. Zudem waren den Angaben zufolge alle Linien der S-Bahn Mitteldeutschland betroffen. Hier kam es zu Verzögerungen, aber auch zu Ausfällen.
Liegengebliebene Lastwagen auf Fahrbahn das Hauptproblem
Auch auf den Straßen kam es am Samstag immer wieder zu Unfällen. Dabei blieb es ersten Angaben zufolge aber zumeist bei Blechschäden. Das Hauptproblem seien liegengebliebene Lastwagen auf Bundesstraßen und Autobahnen, die die Fahrbahnen blockieren, sagte eine Sprecherin des Verkehrswarndienstes.
So musste am Mittag auf der A4 bei Zwickau die Fahrbahn in Richtung Chemnitz für die Bergung eines umgekippten Lastwagens gesperrt werden. Am frühen Morgen war der Tunnel Coschütz bei Dresden auf der A17 für einige Zeit gesperrt. Ein Lkw hatte sich auf glatter Fahrbahn gedreht und war im Tunnel quer zur Fahrtrichtung zum Stehen gekommen, während sich der Sattelauflieger in 30 Meter Entfernung davor befand, wie die Feuerwehr mitteilte. Dabei war auch Diesel ausgelaufen.
Im weiteren Verlauf der A17 in Richtung Prag hatte sich am Samstagmorgen ein Unfall mit drei Lastwagen und zwei Pkw ereignet. Dabei wurden drei Menschen leicht verletzt.
Aufruf zu Blutspenden
Unterdessen führen die winterlichen Wetterbedingungen auch zu Engpässen bei der Blutbank am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). Das Winterwetter beeinträchtigt sowohl die Spendenbereitschaft als auch die Durchführung von Blutspendeterminen, hieß es in einer Mitteilung des Klinikums.
Die Bestände lebensrettender Blutprodukte sind demnach in den vergangenen Wochen deutlich gesunken – besonders fehlt es derzeit an Blutkonserven der Blutgruppe 0 Rhesus positiv. „Normalerweise unterstützen sich die Spendedienste deutschlandweit gegenseitig bei Engpässen. Das ist aktuell nicht möglich, weil es überall fehlt. Wir müssen uns daher mit eigener Kraft aus dieser Krisensituation ziehen“, betonte Prof. Reinhard Henschler, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin am UKL.
Eisige Temperaturen auch in den kommenden Tagen
Das Winterwetter hat Sachsen weiter fest im Griff - besonders die Glatteisgefahr wird sich noch einmal erhöhen. Am Sonntag herrsche weiter Dauerfrost und in der Nacht zum Montag wird es eisig kalt, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Örtlich werden Temperaturen von minus 15, in einige Teilen sogar bis zu minus 20 Grad erwartet.
Auf eisige Nacht folgt Schneefall und Regen
Besonders gefährlich für Autofahrer und Fußgänger wird es demnach am Montagnachmittag. Dann wird der anfängliche Schneefall in Regen übergehen, wie eine Meteorologin sagte. Dieser fällt auf gefrorene Fahrbahnen und Gehwege und sorgt so für eine sehr hohe Glatteisgefahr. In der zweiten Nachthälfte auf Dienstag setzt sich von Westen mildere Luft durch, sodass sich die Lage allmählich entspannt.