Tiere Wolfswelpe steht unter besonderer Beobachtung
Er hatte sich in einem Zaun in Nordsachsen verfangen. Der junge Wolf ist seither in der Annaburger Heide unterwegs. Nach einem Zwischenfall schauen die Behörden genau hin.

Jessen/Dresden - Über das wissenschaftliche Wolfsmonitoring in Sachsen ist auch ein Wolf in Sachsen-Anhalt in den Blick der Experten geraten. Wie das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden mitteilte, hatte sich wenige Tage vor Weihnachten ein männlicher Wolfswelpe in einem Netzzaun bei Beilrode im Landkreis Nordsachsen verfangen. Das Tier, das das Kürzel MT16 erhielt, sei mit einem Halsbandsender versehen worden und halte sich seither ausschließlich in Sachsen-Anhalt in der Annaburger Heide auf. Genetikproben sollen nun Aufschluss darüber geben, ob es sich um einen Welpen des dort ansässigen Rudels „Annaburger Heide“ handelt.
Am zweiten Weihnachtsfeiertag habe der Wolf für Aufregung gesorgt, als er sich auf einem Hof im Raum Jessen offenbar zur Futtersuche aufhielt und erst nach längerer Zeit vertrieben werden konnte. Das zuständige Wolfskompetenzzentrum Iden des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt prüft derzeit weitere Maßnahmen.
Das Wolfsmonitoring wird im Auftrag des Landesumweltamtes Sachsen vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz und dem Lupus Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland durchgeführt. Radiotelemetrie ist in der Wildtierforschung üblich. Dem Wolf wird unter Betäubung ein Halsbandsender angelegt. So kann der Aufenthaltsort des Tieres lokalisiert werden, ohne es stören zu müssen.