Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem Schuss auf einen Eritreer im hessischen Wächtersbach geht die Arbeit der Ermittler weiter. Sie konzentriert sich auch auf das Umfeld des mutmaßlichen Täters, der sich selbst erschoss.

Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ging nach ersten Erkenntnissen "ganz klar von einem fremdenfeindlichen Motiv aus", eine "rechtsextreme oder rechtsnationalistische Gesinnung" sei aber Spekulation. Das Umfeld und die Vergangenheit des mutmaßlichen Schützen würden allerdings nach entsprechenden Kontakten durchleuchtet.

Das 26 Jahre alte Opfer war am Montag durch einen Bauchschuss schwer verletzt und in einem Krankenhaus operiert worden. Der Mann ist nach ersten Erkenntnissen der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ein Zufallsopfer gewesen und "aufgrund seiner Hautfarbe" ausgewählt worden.

Die Stadt Wächtersbach hatte am Dienstagabend am Tatort zu einer Mahnwache aufgerufen, zu der rund 400 Menschen kamen. Bürgermeister Andreas Weiher (SPD) appellierte an die Teilnehmer, Verantwortung zu übernehmen. "Wenn sich Angst vor Rassismus Bahn bricht, ist unsere gesamte freiheitliche Grundordnung in Gefahr." Jeder Einzelne sei aufgefordert, für geteilte Werte Überzeugungsarbeit zu leisten. "Nehmt die Signale ernst, nehmt sie wahr.". Weiher ging von einem Einzeltäter aus.

Der 55 Jahre alte mutmaßliche Täter, der auch Sportschütze gewesen sein soll, tötete sich nach der Tat mit einem Schuss in den Kopf. Bisher sei der Mann nicht polizeiauffällig gewesen, hieß es. Bei dem deutschen Staatsangehörigen seien zwei halbautomatische Waffen gefunden worden. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurden ein Abschiedsbrief sowie weitere drei Waffen sichergestellt, eine halbautomatische Pistole und zwei Langwaffen. Alle hätten sich legal im Besitz des Mannes befunden.