Magdeburg l Es ist ein erschreckender Fakt: Nur die Hälfte aller produzierten Lebensmittel wird überhaupt verzehrt – der Rest entsorgt. Das ist nicht nur Verschwendung, sondern wirkt sich auch negativ aufs Haushaltsbudget aus. Dabei kann jeder gegen die Vernichtung von Lebensmitteln aktiv werden.

Um überhaupt mal ein Gespür zu bekommen, wie viel man wegwirft, einfach ein oder zwei Wochen alles notieren, was im Müll landet – und dann ausrechnen, wie viel das beim Einkaufen gekostet hat. Dieser Kassensturz öffnet einem ganz schnell die Augen.

Mini-Mengen an Salatbar holen

Braucht man nur kleine Mengen an Frucht oder Gemüse für ein Rezept, kann man auch ruhig mal an der Salatbar im Supermarkt zugreifen. Oder auf die gefrorenen Varianten ausweichen, so kann der unverbrauchte Rest einfach wieder in der Gefriertruhe verstaut werden.

Meist kaufen wir zudem mehr, als wir essen. Vorsorglich, dann muss man nicht so oft los… Andersherum ist es besser: Lieber öfter gehen und genau nach Bedarf kaufen. Bleibt man realistisch, wandert am Ende des Tages weniger Essen in den Mülleimer.

Für viele ist das Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums ein Kriterium für die Entsorgung. Dabei können Nahrungsmittel auch nach Ablauf des Datums noch verzehrt werden, gerade bei Trockenware. Ruhig auf Geruchssinn und Gespür verlassen.

Saisonale Produkte einkaufen

Wer regional und saisonal einkauft, trägt ebenfalls dazu bei, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Denn diese Produkte halten erstens länger und laufen zweitens weniger Gefahr, beim Transport beschädigt und somit noch vor dem Supermarktregal aussortiert zu werden.

Und ab und an sollte man auch einfach krumme Sachen machen. Große Mengen an Lebensmitteln werden entsorgt, weil sie nicht der Norm entsprechen. Der Schönheitswahn bei Gemüse nimmt oftmals bizarre Formen an. So werden laut Schätzungen des World Wide Fund for Nature, kurz WWF, pro Jahr rund 35 Prozent der Kartoffelernte in Deutschland aussortiert, weil die Knollen oberflächliche Makel wie schwarze Stellen oder Verformungen aufweisen. Andere haben einfach nicht die richtige Größe. Gerettet werden können solche Lebensmittel zum Beispiel mit einem Gemüseabo wie der Etepetete-Gemüsekiste, mit der krumme Gurken und zu große Zucchini trotzdem zum Kunden finden.

Lagerung beachten

Oftmals trägt auch die falsche Lagerung dazu bei, dass die Haltbarkeit der Lebensmittel leidet. Mag es das Gemüse eher dunkel oder luftig? Warm oder kühl? Eine Übersicht, die weiterhilft, hat das Bundeszentrum für Ernährung zusammengestellt.

Dieser Text ist in dem Bauer-Magazin "Myway" erschienen.