Magdeburg (dpa) l Der Strompreis steuert auf ein Allzeithoch zu – doch Verbraucher können mit einem Anbieterwechsel bares Geld sparen. Verbraucherschützer raten zur regelmäßigen Überprüfung des Tarifs. Bei der Suche helfen Strom- tarifrechner. Dabei sollten aber einige Fallstricke beachtet werden.

1. Wie finde ich den günstigsten Anbieter?

Kostenlose Preisvergleiche gibt es im Internet bei Vergleichsportalen wie verivox.de, check24.de oder toptarif.de. Zur Erstellung einer Liste mit den günstigsten Tarifen genügen der Jahresverbrauch in Kilowattstunden, abzulesen auf der jüngsten Stromrechnung, und die Postleitzahl.

2. Auf welche Kriterien kommt es an?

Wichtige Kriterien für einen fairen Stromtarif sind eine monatliche Zahlungsweise, eine kurze Kündigungsfrist, eine kurze Anschlusslaufzeit und eine Preisgarantie, die mindestens so lang ist wie die Vertragslaufzeit. Wer Ökostrom möchte, sollte auf Siegel wie Ok-Power oder Grüner Strom achten. Für diese ist meist Voraussetzung, dass ein bestimmter Anteil der Einnahmen in den Bau neuer Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung investiert wird und dass die Anlagen ein gewisses Alter nicht überschreiten.

Der Vergleichsrechner listet die verschiedenen Angebote vom billigsten bis zum teuersten Anbieter auf. Abzuraten ist von Vorkasse sowie von Pakettarifen, bei denen bei geringerem Verbrauch kein Geld zurückerstattet wird. Auch eine kurze Preisgarantie und lange Kündigungsfristen sind problematisch. Voreinstellungen in den Vergleichsportalen sollten entsprechend angepasst werden.

3. Was ist mit Bonuszahlungen?

Viele Anbieter werben mit einem Neukundenbonus. Deshalb landen sie bei der Suche oft unter den günstigen Anbietern. Verbraucher sollten aber beachten, dass der Bonus nur einmal gezahlt wird, außerdem gibt es immer wieder Rechtsstreitigkeiten zwischen Versorgern und Verbrauchern über nicht gezahlte Boni. Die Voreinstellung „Boni berücksichtigen“ kann bei der Suche auch weggeklickt werden.

4. Wie lange dauert der Anbieterwechsel?

Wer von seinem Anbieter ein Schreiben über eine Preiserhöhung erhält, hat ein Sonderkündigungsrecht. Die Kündigung muss möglichst bald nach Erhalt der Information erfolgen. Bis der neue Anbieter Strom liefert, darf es maximal drei Wochen dauern. Die Frist beginnt, wenn der neue Lieferant den Wechsel des Kunden beim Netzbetreiber anmeldet. Die Versorgung kann dann an jedem beliebigen Werktag beginnen.

5. Wie wechsle ich am bequemsten?

Am einfachsten ist es, dem neuen Anbieter eine Vollmacht zu erteilen. Dieser erledigt meist die Kündigung beim alten Stromversorger und alle Formalitäten. Bei Kündigung wegen Preiserhöhung gilt der alte Tarif, bis der Wechsel perfekt ist.

6. Wie lange sollte ich mich an den neuen Anbieter binden?

Je kürzer, desto besser. Da die Strompreise stets in Bewegung sind, empfehlen Verbraucherschützer eine Vertragslaufzeit von höchstens einem Jahr. Die Kündigungsfrist sollte nicht mehr als einen Monat betragen.

7. Was passiert beim Wechsel konkret?

Der Strom kommt auch nach dem Anbieterwechsel vom örtlichen Versorger, die Zähler bleiben die alten. Der neue Anbieter stellt den Strom in das allgemeine Netz ein und zahlt dem lokalen Versorger eine Gebühr für den Transport bis in den Haushalt. Die Gefahr, ohne Strom dazustehen, gibt es auch bei einer Pleite des neuen Versorgers nicht: Der lokale Versorger ist gesetzlich verpflichtet, alle Haushalte zu versorgen – auch wenn sie nicht mehr Vertragspartner sind. Bei Problemen können sich Verbraucher an eine Schlichtungsstelle wenden.