Hamburg (dpa) l Wer ab Ende 2020 einen Neuwagen oder ein stationäres Radiogerät mit Display kauft, muss nicht mehr darauf achten, ob ein Digitalradio (DAB+) integriert ist. Ab dem 21. Dezember 2020 gilt laut Telekommunikationsgesetz Digitalradio-Pflicht.

Auch wenn Analogradio (UKW) und DAB+ terrestrisch über Sendemasten verbreitet werden: Beim Digitalradio können Hörer aus einem größeren Programmangebot auswählen. Bereits jetzt steckt DAB+ in vielen Radios für daheim und in vielen Autos.

Das Aus für UKW

Das Nachrüsten von DAB+ im Auto ist aber auch bei älteren Kraftfahrzeugen sinnvoll, erklärt Lena Trautermann vom Fachmagazin „Auto Bild“: „UKW soll auf lange Sicht abgeschaltet werden. Zur Diskussion steht aktuell das Jahr 2025.“

Mehr als 260 lokale und überregionale Sender sind derzeit in Deutschland über DAB+ empfangbar. Doch welche Vorteile bietet das Digitalradio noch? „DAB+ bietet klaren digitalen Sound, völlig rauschfrei und mit stabilem Klangbild“, sagt Carsten Zorger, Leiter des Digitalradio-Büros in Berlin. Zudem könnten Infos wie Wetterkarten oder Schlagzeilen mitgesendet werden. Und: Jedes DAB+-Radio beherrscht auch noch UKW.

Wer noch kein DAB+ empfangen kann, muss nicht gleich ein neues Autoradio einbauen oder die ganze Anlage austauschen. Die meisten Geräte und Radios können per DAB+-Adapter problemlos nachgerüstet werden, sagt Manfred Schmitz, stellvertretender Leiter technische Information beim Bayerischen Rundfunk. „Bereits sehr günstige Adapter sind bestens geeignet, um in die Welt des digitalen Radioempfangs einzusteigen. Die Umrüstung funktioniert schnell und einfach“, sagt Schmitz. Der Adapter wird entweder per Kabel angeschlossen oder sendet drahtlos über einen kleinen UKW-Sender (FM-Transmitter). Dessen Funkwellen können UKW-Radios ganz normal empfangen.

Kabelfalle verhinder

Zumindest für den Nachrüstfall Auto gilt: Ein DAB+-Adapter ist ein Zusatzgerät im Cockpit und es müssen immer Kabel verlegt werden. „Beim Einbau im Auto sollten die Antennen-, Strom- und AUX-Leitungen so verlegt sein, dass sie im Lenkbereich nicht stören“, rät Schmitz. Und: Den festen Sitz des Adapter-Halters in regelmäßigen Abständen prüfen. „Bei einigen Fahrzeugen stören die feinen Drähte der Frontscheibenheizung den DAB+-Empfang", weiß Schmitz. „Eventuell muss die Antenne umpositioniert werden.“ Alternativ biete sich der Einsatz einer Magnetfußantenne an.

Wem die Installation zu aufwendig ist, kann man auch einen sogenannten Car-Hi-Fi-Spezialisten beauftragen, rät Zorger. Die beherrschten das Lösen von Blenden im Innenraum zur unsichtbaren Kabelverlegung und sorgten bei der Installation gleich für idealen Empfang.

Eine Alternative zum Adapter ist der Austausch des gesamten Radios. Je nach Fahrzeugtyp kann das sinnvoll sein, sagt Lena Trautermann: „DAB+-Radios sind direkt mit der Fahrzeugelektronik verbunden, so bleibt das Cockpit aufgeräumt und kabelfrei. Auch der Klang ist in der Regel besser.“

Tausch in Eigenregie?

Gerade in neueren Fahrzeugen lässt sich das Radio-System wegen aufwendiger Elektronik nicht so leicht austauschen, eine DAB+-Nachrüstung ist aber oft über den Hersteller möglich. Ein Tausch in Eigenregie bietet sich bei älteren Fahrzeuge an, sagt Trautermann: „In Autos, die noch einen DIN- oder Doppel-DIN-Schacht besitzen, kann vergleichsweise einfach ein neues Radio eingebaut werden.“ Die nötigen Werkzeuge gehören meist zum Lieferumfang des Geräts.

Die Preisunterschiede ergäben sich oft aus Zusatzfunktionen, so die Expertin. „Teurere Modelle lassen sich zum Beispiel mit dem Smartphone koppeln und sind so gleichzeitig auch Bluetooth-Adapter und Freisprech-Einrichtung.“

DAB+-Adapter mit FM-Transmitter lassen sich auch an der Analge daheim betreiben. „In der Regel sind aber die speziellen Adapter für die Heimanlage besser geeignet, unter anderem deswegen, weil sie über eine Fernbedienung verfügen“, erklärt Manfred Schmitz. Und auch die Klangqualität ist bei einer Kabelverbindung besser.

Senderlisten und weitere Informationen finden Sie unter www.dab-empfang.de.