Möckern (dpa) | Ein von unbekannten Tätern in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft in Möckern aufgestellter Galgen hat in Sachsen-Anhalt für Empörung gesorgt. "Ich verurteile Aktionen wie diese aufs Schärfste", sagte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) am Mittwoch. "Aus meiner Sicht ist das ein Kennzeichen einer verschärften Tonlage", sagte der Rechtsextremismus-Experte des Vereins Miteinander, David Begrich.

Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz ermittelt wegen einer Androhung von Straftaten und prüft auch den Vorwurf der Volksverhetzung, wie die Polizei in Burg mitteilte. Der Galgen war am Sonntag knapp 300 Meter entfernt von der Unterkunft für Flüchtlinge in Altengrabow im Jerichower Land entdeckt worden. Die frühere Bundeswehr-Kaserne bietet bis zu etwa 400 Menschen Platz.

Der Galgen war drei Meter hoch, aus Holz gebaut und mit einem Strick versehen. Die Polizei stellte ihn sicher und wertet nun Spuren aus. Vergangene Woche hatte eine Galgen-Attrappe bei einer Demonstration der Pegida in Dresden für Aufsehen gesorgt. Extremismus-Experte Begrich sagte, es gebe im Land eine Vielzahl fremdenfeindlicher Kundgebungen. Der Galgen sei eine besondere Provokation.