Magdeburg/Berlin l Sachsen-Anhalts AfD-Landeschef André Poggenburg sieht das Abschneiden der Landes-AfD bei der Bundestagswahl kritisch. Bei der Landtagswahl 2016 war die Partei auf 24,3 Prozent gekommen, am Sonntag sank sie auf 19,6 Prozent.

„Die Wähler haben uns Streitereien und Turbulenzen mächtig übelgenommen“, sagte Poggenburg am Dienstag der Volksstimme. „Das hat zu einem Vertrauensverlust geführt. Wir haben fünf Prozent verschenkt.“ Er kündigte eine härtere Linie gegenüber parteiinternen Kritikern an. „In Zukunft lassen wir es nicht mehr so lange gären“, sagte er. „Wir werden schneller auf parteischädigendes Verhalten reagieren. Die Meinungsfreiheit ist nicht grenzenlos.“

Seit der Landtagswahl gibt es Richtungsstreit und Machtkämpfe in der AfD. Partei und Fraktion wurden seitdem von Kritikern gesäubert. Poggenburg gilt in der AfD als Rechtsausleger.

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Parteichefin Frauke Petry kündigte am Dienstag den Austritt aus der Partei an. Den Zeitpunkt ließ sie offen. Bereits am Montag hatte die 42-Jährige erklärt, dass sie nicht der neuen Bundestagsfraktion angehören werde. Auch ihr Ehemann Marcus Pretzell, der Partei- und Fraktionschef in Nordrhein-Westfalen ist, will die AfD und ihre Landtagsfraktion verlassen.

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Poggenburg sagte, der angekündigte Parteiaustritt Petrys erfolge zwangsläufig: „Wer Alleingänge machen möchte, sollte das außerhalb der AfD tun.“ Petrys Ankündigung habe ihn nicht überrascht. Sie sei ein politisches Talent, aber auch unberechenbar. Petry habe in der AfD die unterschiedlichen Strömungen gegeneinander ausgespielt. Ihr Agieren jetzt habe sie viel Sympathie bei ihr Wohlgesonnenen gekostet. Trotz des Rückzugs von Petry mache sich bei ihm keine Erleichterung breit, sagte Poggenburg: „Das ist noch nicht durch.“ Es sei „nicht ganz abwegig“, dass es in der AfD weiter Unruhe geben werde.

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Hier geht's zum Kommentar von Volksstimme-Chefredakteur Alois Kösters zur Bundestagswahl 2017.