Halle (dpa) l Das Kunstmuseum Moritzburg in Halle widmet dem Jugendstil-Maler Gustav Klimt (1862-1918) eine Sonderausstellung. Anlass ist dessen 100. Todestag. Die Schau wird an diesem Samstag eröffnet und dauert bis zum 6. Januar. Kulturminister Rainer Robra (CDU) betonte am Donnerstag, Klimts Werke rangierten unter den wertvollsten des internationalen Kunstmarktes. Es freue ihn daher besonders, dass es dem Kunstmuseum gelungen sei, eine solch repräsentative und umfassende Werkschau zu organisieren.

Museumschef Thomas-Bauer Friedrich sieht das Zustandekommen der Schau als Sensation. Sie ist außerhalb Österreichs und New Yorks, wo sich die größten Sammlungsbestände befinden, 2018 weltweit die einzige Klimt-Werkschau, wie er betonte.

Nur vier Ausstellungen bisher

Der Künstler gilt als herausragender Vertreter des Wiener Jugendstils um 1900. In Deutschland gab es nach Museumsangaben nach 1945 nur vier Ausstellungen, die sich ausschließlich mit Klimt beschäftigten.

In Halle werden 10 Gemälde und 60 Zeichnungen von 30 öffentlichen und privaten Leihgebern aus sieben Nationen gezeigt. Das Kunstmuseum selbst hat das Ölgemälde Porträt Marie Henneberg (1901/1902) in seiner Sammlung. Es ist eines von insgesamt vier Klimt-Werken, die sich in Deutschland befinden.

Das Henneberg-Gemälde ist Ausgangspunkt für die Ausstellung. Die Geschichte des Bildes wird ergänzt durch Möbelstücke aus der früheren Villa Henneberg in Wien. Der Ehemann von Marie Henneberg, Hugo, gehörte laut Museum zu den Pionieren der künstlerischen Fotografie um 1900. Einige seiner Arbeiten sind in der Klimt-Ausstellung als Kabinett-Präsentation zu sehen.

Beitrag der Kunsthochschule

Die Kunsthochschule Halle Burg Giebichenstein steuert einen Baustein zur Ausstellung bei. Zusammen mit Gymnasiasten haben sich Studierende aus dem Studiengang Multimedia/VR Design mit dem Klimt-Werk auseinander gesetzt. Die entstandenen Arbeiten – etwa interaktive Projektionen –  werden bei der Ausstellung präsentiert. Die Modeklasse hat sich ebenfalls von Klimt inspirieren lassen. Präsentiert werden die Entwürfe in der Moritzburg in einer Werkschau am 26. Oktober.

Er erhoffe während der 12 Ausstellungswochen eine überregionale Ausstrahlung und einen Besucheransturm, sagte Bauer-Friedrich. Schon im Vorfeld sei die Resonanz erheblich. Schon einmal, im Jahr 2016, war dem Museum mit der hochkarätigen Impressionisten-Ausstellung "Die Magie des Augenblicks" ein solcher Wurf gelungen. Mit knapp 50.000 Besuchern erlebte das Kunstmuseum damals einen Besucherrekord.