Magdeburg l Sie haben Vorbildcharakter, leisten einen Beitrag zur Lösung gegenwärtiger Herausforderungen, sind innovativ und Zukunftsorientiert. Projekte und Ideen, die diese Attribute erfüllen, werden seit 2006 beim Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ gewürdigt. Zu den 100 Preisträgern gehören auch jeweils zwei Ideen aus Magdeburg und Halle.

Die Designersoftware „TinkerToys“ aus der Landeshauptstadt hat sich 2018 gegen weitere knapp 1500 Ideen-Einreichungen erfolgreich durchsetzen können. Mit ihrer Software können Kinder am Bildschirm ihr eigenes Spielzeug gestalten und hinterher dreidimensional ausdrucken. „Mit dieser Brücke zwischen analoger und digitaler Welt stärkt das Start-up die digitale Kompetenz von Grundschülern“, heißt es vom Initiator. Zudem werden die Kreationen aus Biokunststoff auf Maisstärke hergestellt und sind daher biologisch komplett abbaubar. Damit hat das Magdeburger Unternehmen die unabhängige Expertenjury überzeugt.

Bundespräsident würdigt Ideen

Ebenso die Mitteldeutsche- Kommunikations- und Kongressgesellschaft (MDKK) aus Magdeburg. Ihr Projekt „Disa – Digitales Sachsen-Anhalt“, gehört auch zu denn 100 innovativen Preisträgern des Wettbewerbs. Das Unternehmen an der Elbe hat eine intelligente App entwickelt, welche mithilfe von Geotracking (Standortbestimmung) und Augemented Reality (Erweiterte Realität) automatisch auf markante Punkte hinweist und entsprechende Informationen dazu liefert.

Bilder

Mit der kostenlosen App können sich Nutzer beispielsweise die Standorte der Himmelsscheibe von Nebra oder des Lutherhauses anzeigen lassen und bekommen prompt alle wichtigen Informationen auf ihrem Smartphone. Gewissermaßen ein digitaler Wegbegleiter für das Bundesland Sachsen-Anhalt. „Unser Land lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen und Brücken schlagen.

Zusammenhalt stiften

Von Menschen, die mutig und offen sind für das Unerwartete. Und die mit ihren Ideen Zusammenhalt stiften in unserer Gesellschaft“, stellt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier heraus. Daher haben die Bundesregierung und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) den Ideenwettbewerb 2006 ins Leben gerufen.

Ziel war und ist es, dass sich Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft weltweit für die Attraktivität des Standorts Deutschland werben und diesen zu mehr Bekanntheit im In- und Ausland verhelfen.

Fassadenkunst aus Halle

Dazu zählen mittlerweile 83 Preisträger aus Sachsen-Anhalt, die seit Beginn des Wettbewerbs 2006 mit ihren Projekten zu den Gewinnern zählen. Neu hinzugekommen zu den Preisträgern ist neben den beiden Magdeburger Ideen auch die Fassadenkunst aus Halle. Die „Freiraumgalerie – Kreative Stadtentwicklung“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Leerstand und verfallene Häuser der Saalestadt mit Kunst zu begegnen. Gemeinsam mit Bürgern wurden Fassaden bunt, fantasievoll und einzigartig gestaltet. Aus Schandflecken haben die Macher Kunstwerke entstehen lassen.

So sind seit 2012 mehr als 100 überdimensionale Wandbilder und ein bürgerschaftliches Quartierskonzept entstanden. „Sie setzen Impule zur Entwicklung, stiften Identifikation und chaffen somit ein neues Gemeinschaftsgefühl der Menschen im Viertel“, heißt es vom Initiator. Ähnlich kreativ geht es beim vierten Preisträger des Landes, dem Sonderförderprogramm für „Heimatstipendien“ der Kunststiftung Sachsen-Anhalt in Halle zu. Hier werden die kulturellen Schätze und Kunstwerke aus den Archiven der Heimatmuseen in den Fokus gerückt. Künstler, Fotografen und Maler haben die Möglichkeit, sich ein Jahr lang in Museen inspirieren zu lassen und eigene Kunstideen zu entwickeln. „Ein Projekt, das nicht nur neue Perspektiven für Künstler schafft, sondern auch Besucher dazu anregt, ihr Heimatmuseum mit ganz anderen Augen zu betrachten“, heißt es.

Was die Künstler während des Heimatstipendiums schlussendlich für Ideen umgesetzt haben, lässt sich in den Museen folgender Orte bestaunen: Ab dem 31. August in Aschersleben, 2. September in Bernburg, 7. September in Wernigerode, 9. September in Diesdorf, 18. September in Halle, 21. September in Haldensleben und ab dem 22. September in Sangerhausen.