Magdeburg (dpa) l Sachsen-Anhalts Steuerfahnder haben 2017 fast 79,5 Millionen hinterzogene Steuern entdeckt. Wie in den Jahren 2017 und 2016 habe ein Großverfahren aus dem Jahr 2015 zu dem hohen Ergebnis geführt, teilte das Finanzministerium in Magdeburg auf Anfrage mit. Im Jahr 2016 waren hinterzogene Steuern in Höhe von knapp 170 Millionen Euro entdeckt worden, im Jahr davor waren es 103 Millionen Euro gewesen; 2014 hatte das Ergebnis noch bei 25,8 Millionen Euro gelegen. Dem Ministerium zufolge haben die Steuerfahnder im Jahr 2017 alles in allem 350 Fahndungsprüfungen abgeschlossen, ähnlich viele waren es in den Vorjahren gewesen.

Weitere Fahnder kommen hinzu

Aktuell arbeiten für das Land 68 Steuerfahnder, wie es weiter hieß. Drei weitere Fahnder befänden sich derzeit in der Ausbildung. Im laufenden Jahr 2018 plane das Land die Ausbildung von zusätzlichen drei Steuerfahndern, so dass voraussichtlich zum Ende des Jahres 2018 74 Steuerfahnder im Einsatz seien.

Der Landesrechnungshof sieht die Neu-Einstellungen positiv. "Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt. Insofern leisten Steuerfahnder, auch durch ihre präventive Wirkung, eine wichtige und verantwortungsvolle Arbeit – hin zu mehr Steuergerechtigkeit", erklärte Rechnungshof-Präsident Kay Barthel.

"Im Übrigen lohnt sich der Einsatz von Steuerfahndern auch fiskalisch. Denn die Einnahmen durch ihre Fahndungserfolge übersteigen deutlich die Personalausgaben, die sie verursachen. Auch wenn die Mehreinnahmen durch Steuerfahndungen in Sachsen-Anhalt niedriger ausfallen dürften als in Bundesländern mit mehr großen Kapitalgesellschaften", sagte Barthel weiter.

Firmen im Ausland beteiligt

Die hohen Mehreinnahmen resultieren insbesondere aus einem länderübergreifenden Großverfahren. Eine eigens gebildete Ermittlungsgruppe hatte einen groß angelegten Steuerbetrugsfall aufgedeckt. Ein "Umsatzsteuerkarussell" hatte den Steuerbetrug den Angaben zufolge verschleiert, indem viele Firmen auch aus dem Ausland beteiligt wurden.