Magdeburg/Wiesbaden (dpa) l Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner hat die Länder dazu aufgefordert, den gemeinsamen Aufgabenpool beim Abitur konsequenter zu nutzen. Nur so lasse sich das Ziel erreichen, das Abitur in Deutschland vergleichbar zu gestalten, sagte der CDU-Politiker nach der Konferenz der Kultusminister der Länder in Wiesbaden.

Dort hatten die Ressortchefs über die Zukunft des gemeinsamen Aufgabenpools diskutiert – auch vor dem Hintergrund, dass sich zuletzt in mehreren Bundesländern Schüler über ein zu schweres Mathe-Abitur beschwert hatten. „Ich bin froh, dass die Kultusministerkonferenz sich klar zum gemeinsamen Aufgabenpool bekannt hat und die Zukunft nicht in der Kleinstaaterei, sondern in der Intensivierung der Zusammenarbeit liegt“, sagte Tullner der Deutschen Presse-Agentur.

Seit wenigen Jahren bedienen sich alle Bundesländer in mehreren Fächern, darunter Mathematik, aus gemeinsamen Aufgabenpools. Jedes Land entscheidet jedoch selbst, wie viele Aufgaben aus dem Pool es verwendet. Tullner sagte nach der Diskussion der Kultusminister, es gebe das klare Bekenntnis der Länder, die Modifikationen zu reduzieren und die Nutzung der Pools bis 2021 verbindlich festzuschreiben. „Das ist der richtige Weg.“

Sachsen-Anhalt hat im Fach Mathematik den Angaben zufolge nur Aufgaben aus dem gemeinsamen Pool genutzt. Beschwerden von Schülern am Schwierigkeitsgrad der Abiturprüfung lehnte das Ministerium am Freitag ab. Die genutzten Aufgaben entsprächen den gemeinsamen Bildungsstandards der Länder. Diese Standards seien wiederum Grundlage für die Lehrpläne in Sachsen-Anhalt.

Das Ministerium ging in den vergangenen Wochen insgesamt 15 Beschwerden von Abiturienten nach. Keiner der Hinweise habe sich bestätigt, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Ergebnisse des Mathe-Abiturs sollen in rund vier Wochen vorliegen.