Magdeburg l Am Anfang der Pressekonferenz blickte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) auf die Maßnahmen der vergangenen Monate zurück. „Ich kann sagen, dass wir genau den richtigen Weg gegangen sind", so der Ministerpräsident. Die aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gelten noch bis 16. September. „Bisher können wir sagen, dass keine neuen Maßnahmen nötig sind." Gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern weise Sachsen-Anhalt das geringste Infektionsgeschehen auf. „Ganz ohne Neuinfektion geht es nicht, wir sind nun mal mitten in Europa." Neuinfektionen seien meistens auf Urlaubsrückkehrer zurückzuführen. Was einen Testzwang angeht, hat Haseloff eine klare Meinung: „Ja wir sind dafür, jedoch muss der Bund dazu schnellstmöglich rechtssichere Grundlagen schaffen." Bereits nächste Woche soll darüber im Bundeskabinett beschieden werden.

Für den 25. August 2020 kündigte Haseloff bereits die nächste Pressekonferenz an. Dann sollen weitere Lockerungen bekannt gegeben werden. „Ich kann bereits sagen, dass das Thema Kultur eine große Rolle spielen wird." Der Ministerpräsident erklärte, dass derzeit Konzepte für Konzertveranstaltungen sowie Theater oder auch Kinos erarbeitet würden. Dabei gehe es vor allem die Hygiene, aber auch Belüftung von Räumen. Auch die Größe der Veranstaltungen werde eine Rolle spielen. Genaue Angaben woltle Haseloff dazu nicht machen. Denkbar wären zum Beispiel kleine Open-Air-Konzerte als Übergangslösung.

Genauso sieht es auch im Bereich Sport aus. Hier liegt das Augenmerk vor allem auf Fußball und Handball als größere Events. Haseloff zeigte sich zuversichtlich das vor allem Besuche im Fußballstadion wieder möglich sein werden. „Das findet quasi unter freiem Himmel statt, da sehe ich kaum Probleme." Man müsse trotzdem noch Absprachen mit den Ligaverbänden treffen. Beim Handball sei das Thema Hygienekonzept schon schwieriger. Aber auch hier arbeite man daran, beziehungsweise würden bereits bauliche Veränderungen vorgenommen. Auch im Bereich Bildung soll eine neue Lockerungsstufe kommen: „Wir wollen Klassenfahrten wieder ermöglichen", so Haseloff.

Auch die wirtschaftlichen Aspekte sollen nicht außer Betracht bleiben. Wie Wirtschaftsminister Armin Willingmann sagte, gebe es viele Branchen die von Anfang abgemeldet seien. „Ich meine damit vor allem den Eventbereich. Gut denkbar ist eine erste Öffnung von Discotheken ab dem 1. Oktober", so Willingmann.  Da bedarf es aber sehr spezieller Hygienekonzepte, genauso wie im Bereich der Prostitution. „Auch hier sind klare Konzepte notwendig."

In der Gastronomie will Willingmann flexibler werden. Die Abschaffung des Mindestabstandes von anderthalb Metern in Restaurants kann er sich gut vorstellen. „Möglich wären zum Beispiel Trennwände." Abschließend appellierte Ministerpräsident noch einmal: "Das allerletzte was wir wollen, ist ein erneuter Lockdown für Deutschland und Sachsen-Anhalt." Deswegen sei es weiterhin wichtig, dass sich jeder an die aktuellen Regeln zur Eindämmung des Coronavirus halte.