Magdeburg-Sudenburg l Die Volksstimme fragt Betroffene, wie sich die Corona-Krise auf ihre Arbeit auswirkt. Das Gespräch führte Herbert Spies.

Volksstimme: Wie geht es Ihnen?
Neoklis Kokkinos:
Was soll ich sagen? Das Geschäft in unserem griechischen Restaurant ist wegen Corona völlig abgestürzt. Von November bis Februar lief es bombig, wir hatten viele Gäste. Dann mussten wir schließen. Der außer-Haus- Verkauf lief nicht. Vier Essen abends, das ist tragisch. Ein Taschengeld, mehr nicht.

Wie haben Sie die Zeit des Wartens verbracht?
Wir sind ein Familienbetrieb, wir waren jeden Tag im Restaurant und haben die Zeit genutzt und renoviert, einen Ausgang auf die Terrasse gebaut. Und immer gehofft, dass es weitergeht.

Und wie läuft es jetzt?
Wechselhaft. Mal ist es sehr gut, mal ist nix los. Ich denke, das wird wohl anderthalb Jahre dauern, bis wir wieder auf dem Stand von Februar sein werden.

Mit welchem Gefühl gehen Sie zur Arbeit?
Die Seele des Menschen muss positiv sein. Und bleiben. Ich sage: Wir dürfen den Kopf nicht hängenlassen. Niemals.

Woraus schöpfen Sie Kraft?
Als wir renovierten, sind ganz viele unserer Gäste gekommen und haben ihre Hilfe angeboten. Zum Beispiel ein Fliesenleger. Andere halfen uns, die großen Schirme auf der Terrasse zu befestigen. Das gibt mir viel positive Energie.

Welche Auswirkungen hat die Mehrwertsteuer-Senkung auf Ihr Geschäft?
Ich muss das gesamte Kassensystem wechseln. Nur für wenige Monate. Das kostet mich viel Geld. Die Preise bleiben, das bisschen Differenz bleibt bei uns.

Wo werden Sie Urlaub machen?
Nirgendwo, ich kann hier nicht weg. Ich bin der Kapitän, ich bleibe an Bord. Ich verzichte, damit wir geschäftlich überleben können.

Wie wird es weitergehen?
Ich hoffe sehr, dass es keine zweite Welle gibt. Das würde sehr kritisch für uns.