Magdeburg/Dessau l Sachsen-Anhalts AfD trifft sich am Sonntag ab 10 Uhr zu einem Landesparteitag in Dessau-Roßlau. Das Bündnis „Dessau-Nazifrei“ habe aus diesem Anlass „in unmittelbarer Nähe“ des Veranstaltungsortes „Golfpark“ eine Versammlung angemeldet, bestätigte am Freitag eine Polizeisprecherin. Die Polizei werde dort am Sonntag im Einsatz sein.

Das Bündnis hat seine Demonstration unter das Leitwort: „Arsch hoch gegen geistige Brandstiftung!“ gestellt. Man wolle mit „kreativen und lautstarken Aktionen ein Zeichen für Menschlichkeit und gegen Ausgrenzung setzen“, heißt es auf der Internetseite von „Dessau Nazifrei“.

Ein "fatales Signal"

Dass die AfD im Golfpark Dessau ihren Parteitag abhalten könne, sei „für uns nur schwer zu verstehen“. Denn: „Das Signal, das durch den Ort und den Eigentümer des Veranstaltungsraumes von Dessau in die Welt geht, ist fatal.“ Gesellschafter der Golfplatz Dessau GbR sind laut Impressum auf der Internetseite Burchard und Maximilian Führer.

Besonders kritisch werde die geschichtliche Einordnung des Austragungsortes gesehen, kritisiert das Bündnis. Das heutige Golf-Park-Areal sei 1935 für die Junkerswerke gebaut worden: „Zwei Jahre, nachdem die Nazis Hugo Junkers aus Dessau vertrieben hatten.“ Der Hauptsaal des Tagungsortes sei nach Junkers benannt. „Es ist nicht hinnehmbar, dass die neuen Nazis heute in einem Saal tagen können, der namentlich einem entschiedenen Gegner der rechtsnationalen Gesinnung gewidmet wurde“, sagt das Bündnis. „Er würde sich im Grab umdrehen.“

Zweiter Anlauf im Golfpark

Die AfD nimmt indes den zweiten Anlauf für einen Landesparteitag im Golfpark. Im August 2017 hatte der Landesvorstand eine Veranstaltung dort kurzfristig abgeblasen. Der damalige Landeschef André Poggenburg behauptete seinerzeit, es gebe „Aufrufe zu linken Sabotageakten im Zuge des Parteitages“. Die Polizei konnte das damals nicht bestätigen. Auch vor einem Jahr hatte das Bündnis „Dessau Nazifrei“ eine Demonstration gegen den Parteitag angekündigt.

Als prominenter Gastredner an diesem Sonntag ist der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen angekündigt. Nach dem Auftritt in einer Talkshow am Mittwochabend ist er parteiintern in die Kritik geraten. Mit Blick auf die Ereignisse in Chemnitz sagte er im ZDF: „Dieser Umgang mit Pegida, der gefällt mit auch nicht richtig. Nein, wir machen mit denen nicht gemeinsame Sache, um das klar zu sagen.“

Im März dieses Jahres hatte der Parteikonvent der AfD beschlossen, dass AfD-Mitglieder in Zukunft bei Kundgebungen des islamfeindlichen Pegida-Bündnisses auftreten dürfen. Die Initiative für den Schulterschluss war aus Sachsen-Anhalt gekommen.