Hilfspolizei

Eine befristete Notlösung

Trotz Uneinigkeit in Koalition über eine Hilfspolizei, sollte eine befristete Notlösung her.

Von Matthias Fricke

Es klemmt bei der Polizei an allen Stellen. Tausende Überstunden sind nur ein Symptom für eine Entwicklung, an deren Ende unaufgeklärte Straftaten und zu lange Wartezeiten auf Hilfe stehen. Dass dies nicht allein Folge der Flüchtlingskrise oder zunehmender Demoeinsätze ist, sondern eher an der seit Jahren praktizierten Personalpolitik liegt, sei mal dahingestellt.

Fakt ist, die Polizei benötigt Personal. Jetzt gleich. Neue ausgebildete Beamte stehen aber erst in zwei Jahren zur Verfügung. Das Problem haben auch andere Länder. Im Freistaat Sachsen wird zum Beispiel eine Wachpolizei auf Angestelltenbasis für den Objektschutz eingesetzt. Eine Lösung, auf die sich die Koalition hier nicht einigen konnte. Somit versucht es Stahlknecht allein. Er macht sich damit angreifbar, doch für ihn ist das alternativlos. Entweder er gibt der SPD nach oder er wartet ab, ob sich nach der Wahl eine Mehrheit für das Sachsen-Modell findet. Für die Polizei wäre das zu spät. Es kann und sollte deshalb eine befristete Notlösung sein.