Magdeburg/Halle (dpa) l Einzelhändler in Sachsen-Anhalts größten beiden Städten Magdeburg und Halle haben besorgt auf Pläne reagiert, ab Mittwoch die Geschäfte in Deutschland weitestgehend zu schließen. "Ich sehe mit großer Sorge auf den inhabergeführten Einzelhandel", sagte der Sprecher Interessengemeinschaft Innenstadt Magdeburg, Arno Frommhagen, am Sonntag (13. Dezember) der Deutschen Presse-Agentur. Das Stadtbild werde sich verändern, da nicht alle Geschäfte den Lockdown überstehen würden. Frommhagen forderte erneut Tempo bei den staatlichen Hilfen für die Geschäfte.

Auch Händler in Halle reagierten besorgt. "Das ist ein echter Hammer für den Einzelhandel", sagte Wolfgang Fleischer von der Citygemeinschaft Halle am Sonntag nach Bekanntwerden der Pläne. Die Händler hätten gehofft, wenigstens noch die kommende Woche öffnen zu dürfen. "Die Weihnachtsware ist da und nun wissen wir nicht, wohin damit."

Zuvor hatten Bund und Länder einen harten Lockdown ab Mittwoch verabredet. Der Einzelhandel soll bis auf Supermärkte und Apotheken von Mittwoch an schließen, auch Friseure und Kosmetiker müssen geschlossen bleiben. Schüler und Kita-Kinder sollen für zunächst dreieinhalb Wochen zu Hause bleiben. An Silvester und Neujahr wird in Deutschland angesichts der sich ausbreitenden Corona-Pandemie ein bundesweites An- und Versammlungsverbot gelten. Zudem werde der Verkauf von Feuerwerk vor Silvester grundsätzlich verboten. Die finanziellen Hilfen für betroffene Unternehmen sollen ausgebaut werden.

Wenigstens der nun wohl letzte Shopping-Samstag vor Weihnachten brachte den Händlern in Magdeburg und Halle gute Umsätze. In der Landeshauptstadt liefen die Geschäfte laut Frommhagen sogar etwas besser als vor einem Jahr. Auch in Halle seien die Umsätze vergleichbar gewesen, sagte Fleischer.