Magdeburg (dpa) l Zehn Jahre nach dem verheerenden Erdrutsch von Nachterstedt soll voraussichtlich in diesem Monat mehr Klarheit darüber bestehen, ob der gesperrte Concordia-See teilweise wieder freigegeben werden kann. Nach derzeitiger Planung werde das Landesamt für Geologie und Bergwesen Mitte Juni eine Entscheidung treffen, teilte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums gestern mit. Der 350 Hektar große See ist nach Angaben der Stadt Seenland (Salzlandkreis) für jegliche touristische Nutzung gesperrt. Baden und das Betreten des Geländes sind verboten.

Bei dem Erdrutsch am 18. Juli 2009 waren 4,5 Millionen Kubikmeter Erdreich am Concordia-See abgerutscht. Mehrere Häuser stürzten in die Tiefe. Drei Menschen starben. Der See war nach 1990 aus einem früheren Braunkohletagebau entstanden, indem das riesige Loch geflutet wurde. Nach Angaben des Bergbausanierers LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH) ist die Sanierung am Concordia-See weiter fortgeschritten. Nach dem Erdrutsch 2009 waren dort 2016 weitere Erdmassen ins Rutschen gekommen. Der Fahrer eines Baufahrzeugs konnte sich retten.