Magdeburg l Der Schreck bei den Erzieherinnen der Integrativen Kindertagesstätte „Neustädter See“ in Magdeburg war riesig, als sie am Freitag auf dem Nachhauseweg vom See feststellten, dass eines der Kinder fehlte.

Am Vormittag waren sie bei einer sogenannten Spielstunde die wenigen hundert Meter am See entlang Richtung „Cable Island“ spazieren gegangen. Kurz nachdem sie umgekehrt und durch einen engen Weg gelaufen waren, fiel auf, dass ein Zweijähriger fehlte.

Nachdem die Erzieherinnen einige Zeit gesucht hatten und die Angst immer größer geworden war, hatten sie gegen 12 Uhr die Polizei alarmiert und den Jungen als vermisst gemeldet.

Großeinsatz der Polizei

Wie die Polizei mitteilte, seien „sofort Fahndungsmaßnahmen eingeleitet“ worden. „Dabei wurden rund um den See eine große Zahl von Beamten und ein Hubschrauber eingesetzt“, sagte am Sonntag ein Polizeisprecher. Gegen 13.20 Uhr war das Kind unweit vom Ufer entfernt, leblos im See, gefunden worden. Unmittelbar darauf hatten die Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen und der inzwischen ebenfalls eingetroffene Notarzt tat sein Möglichstes.

Das Kind, das sich in einem lebensbedrohlichen Zustand befunden hatte, wurde im Krankenwagen auf dem Weg zur Uniklinik weiterbehandelt. Dort konnte dann nur noch der Tod des Zweijährigen festgestellt werden.

Am Freitag waren unter anderem sieben Seelsorger vom Kriseninterventionsdienst des Magdeburger Vereins „Hilfe für Helfer in Not“ sowie eine Psychologin vor Ort. Sie betreuten Kita-Mitarbeiterinnen, Angehörige sowie Einsatzkräfte. Auch am Wochenende leisteten sie seelsorgerische Arbeit. Montag wird ein Team in der Kita sein, um als Ansprechpartner für die Mitarbeiterinnen sowie Eltern da zu sein, sagte Vereinsvorsitzender Stefan Perlbach.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Nach Volksstimme-Informationen wurde ein Ermittlungsverfahren zur Todesursache eröffnet. Im Zuge der Untersuchungen müsse auch geprüft werden, ob möglicherweise die Aufsichtspflicht während des Spaziergangs verletzt wurde.

Die Anteilnahme in Magdeburg ist groß. Am Wochenende legten viele Trauernde Blumen, Beileidsbekundungen und Plüschtiere an der Kita ab und stellten Kerzen auf.