Wenn Menschen ihre persönlichen Kontakte wie in diesen Tagen deutlich reduzieren, gewinnen soziale Netzwerke automatisch an Bedeutung. Das ist wichtig, um die Trennlinie zwischen sozialer Distanz und Isolation zu ziehen. Und das birgt per se noch keine Gefahr. Wohl aber die Entscheidung, ob wir es sozialen Netzwerken oder seriösen Medien und Instituten überlassen, unsere Wirklichkeit zu konstruieren.

Von persönlicher Verantwortung ist zuletzt immer wieder die Rede. Genau diese Verantwortung gilt aktuell, vielleicht mehr als je zuvor, eben auch im Umgang mit Informationen. Wer ist Urheber dieser Nachricht? Eine Frage, die wir uns gerade in der Corona-Krise immer wieder aufs Neue stellen sollten. Jeden Tag. Was gestern noch als unvorstellbar galt, ist morgen vielleicht schon Wirklichkeit. Das ist in diesen Tagen wahr. Leider. Diese Ungewissheit schürt Ängste, die den Nährboden für Fake News bereiten. Deshalb sind wir jetzt alle gefragt.