Stendal l Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) hat am Mittwochabend in Stendal die Pläne der Landesregierung für eine zweite zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge (Zast) vorgestellt. Bis zu 600 Personen sollen dort künftig Platz finden. Stahlknecht kündigte an, dass damit einhergehend die Polizeipräsenz in Stendal erhöht wird. „Wir werden alles dafür tun, dass diese Stadt sicher bleibt“, sagte er.

In einer teils emotionalen Bürgerversammlung äußerten viele Stendaler Kritik an den Plänen. Der Saal war mit rund 250 Menschen sehr voll. Einzelne sagten, sie hätten Angst vor einer Zunahme von Straftaten wie Vergewaltigungen. Außerdem wurde Unverständnis zum Ausdruck gebracht, „warum so viel Geld für Flüchtlinge ausgegeben wird“ und nicht mehr für Pflege und Kinderarmut zur Verfügung stünde.

Für die Herrichtung der zweiten zentralen Stelle (neben Halberstadt) stellt der Bund rund 22 Millionen Euro zur Verfügung, das Land gibt etwa sieben bis acht Millionen Euro.