Ex-Landtagspräsident Hardy Peter Güssau (CDU) sorgte in der Stendaler Stadtratssitzung für zwei Überraschungen. Erst forderte er vom AfD-Stadtrat Matthias Büttner, in der Haushaltsdebatte Position zu beziehen. Das Signal: Den AfD-Mann vorführen, um klare Kante gegenüber den Rechtspopulisten zu zeigen. Dann die Wendung um 180 Grad: Güssau plädierte für eine Bürgerbefragung zur geplanten Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Der Antrag hätte sehr wohl auch aus AfD-Feder stammen könnte.

Den rechten Blinker setzen und gleichzeitig mit der AfD kuscheln – das passt nicht zusammen. Dass das C in ihrem Namen für christlich steht, lässt den CDU-Stadtrat unberührt wie viele Menschen zur Weihnachtszeit die Christusgeschichte. Ebenso prallten an ihm die wütenden Reaktionen aus anderen Fraktionen ab. „Stereotypen“ nannte er sie. Bleibt abzuwarten, wer den sozialen Frieden in Stendal stört. Die geplante Flüchtlingseinrichtung oder Anträge à la Güssau.