Magdeburg l Das Gefängnis in Halle (Standort: Dessauer Straße) soll für geschätzte 170,6 Millionen Euro nahezu komplett umgebaut werden. Das sagte Finanzminister An­dré Schröder (CDU) gestern in Magdeburg nach der Kabinettssitzung. Geplant ist, so die Kapazität von momentan 400 auf künftig 600 Haftplätze zu erhöhen. Die zweite Justizvollzugsanstalt in Halle mit 280 Plätzen soll im Gegenzug geschlossen werden.

Die Bauarbeiten sollen 2020 beginnen und drei Jahre dauern. Vorgesehen ist, dass das Millionen-Projekt von einem sogenannten Totalunternehmer im Auftrag des Landes geplant und auch umgesetzt wird. Es seien drei Optionen geprüft worden, sagte Schröder. Die Komplettvergabe sei die wirtschaftlichste Variante. Der Finanzausschuss muss noch grünes Licht geben.

EU-Norm nicht erfüllt

Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU) begründete den Umbau damit, dass die bestehenden Haftplätze bald nicht mehr die EU-Normen erfüllen. Denn: Ab 2025 hat jeder Gefangene Anspruch auf eine mindestens neun Quadratmeter große Einzelzelle.

Neben den Haftbereichen sollen auch eine Küche, eine Wäscherei, ein Verwaltungsgebäude, eine Werk- und eine Sporthalle sowie der Bereich für den offenen Vollzug für Männer neu gebaut werden. Das Gebäude für den offenen Vollzug weiblicher Häftlinge soll im laufenden Betrieb saniert werden.

Für die Polizei- und Justizvollzugsbeamten werden eine Raumschießanlage und ein Mehrzweckgebäude gebaut.

In Sachsen-Anhalt gibt es momentan knapp 1960 Haftplätze an mehreren Standorten. Perspektivisch soll es nur noch 1650 Plätze in einer JVA in Halle, einer in Burg und der Jugendanstalt in Raßnitz geben.