Halle (dpa) l Er soll einen Zweijährigen mehrfach sadistisch gequält, missbraucht und am Ende totgeschlagen und -getreten haben: Vom 14. Dezember an muss sich ein 30-Jähriger in einem Mordprozess vor dem Landgericht Halle verantworten. Dem Mann wirft die Staatsanwaltschaft schweren sexuellen Missbrauch des Kindes, Körperverletzung und Mord vor, wie das Gericht am Freitag in Halle mitteilte. Die 36 Jahre alte Mutter des Zweijährigen, in deren Querfurter Wohnung sich die Taten abgespielt haben sollen, müsse sich wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen und fahrlässiger Tötung verantworten.

Der Mann soll sich im Juni und Juli dieses Jahres in der Wohnung der Frau, in der er auch zeitweise gewohnt haben soll, an dem Zweijährigen vergangen haben. Aus einer sadistischen Grundeinstellung heraus und aus sexuellen Beweggründen soll er das Kind auf grausame Weise gequält haben. Teils habe er die Taten mit dem Handy gefilmt. Zudem soll er den Jungen geschlagen und mit dem Fuß gegen den Kopf getreten haben, so dass er blutete.

Als der 30-Jährige das Kind am 10. Juli auf noch brutalere Weise gequält habe, soll er den Entschluss gefasst haben, den Jungen zu töten. Damit habe er dafür sorgen wollen, dass seine Taten nicht offenbar werden und ihm keine Strafverfolgung droht. Er soll so lange auf das Kind eingeschlagen und eingetreten haben, bis es kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Dann soll er das Kind in das Gitterbett gelegt und aus dem Zimmer gegangen sein, hieß es weiter in der Mitteilung des Gerichts. Der Zweijährige starb an seinen vielfältigen Verletzungen am Kopf und inneren Organen. Am nächsten Morgen habe die Mutter das Kind tot gefunden.

Der Frau wird vorgeworfen, die erheblichen Verletzungen des Kindes bemerkt, aber nichts zum Schutz oder zur Hilfe unternommen zu haben. Laut der Gerichtsmitteilung bestreitet die Mutter, die Verletzungen wahrgenommen zu haben. Der Angeklagte schweige.

Für den Prozess sind laut Gericht zunächst neun Verhandlungstage bis Anfang Februar angesetzt, bislang seien 23 Zeugen benannt. Der Fall hatte im Sommer für große Betroffenheit in der Region gesorgt.