Halle (dpa) l Der Vater von zwei toten Babys, die in einem Tiefkühlschrank im Mansfelder Land entdeckt worden waren, hat nach eigenen Angaben von deren Geburt nichts gewusst. Seine damalige Lebensgefährtin habe ihm gegenüber die Schwangerschaften verheimlicht, sagte der 55-Jährige am Dienstag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Halle.

Der Montagearbeiter gab zu, bereits im April 2017 in der Wohnung der Frau in Benndorf (Landkreis Mansfeld-Südharz) ein totes Baby im Tiefkühlschrank entdeckt zu haben. Er bestritt, sie mit diesem Wissen zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Der Mann ist wegen sexueller Nötigung und Störung der Totenruhe angeklagt. Er war erst rund acht Monate nach dem Fund des toten Babys zur Polizei gegangen. Die Beamten fanden dann auch den zweiten toten Säugling in dem Tiefkühlschrank in der Wohnung der Mutter.

Die Frau wurde im Dezember 2018 wegen zweifachen Totschlags zu neuneinhalb Jahren Haft rechtskräftig verurteilt. In dem Prozess gegen ihren Ex-Partner ist sie als Zeugin geladen. Das Paar hatte sich 2017 getrennt. Das erste Baby kam 2004 zur Welt, das zweite 2008. Laut Staatsanwaltschaft ist der Angeklagte der Vater des Jungen und des Mädchens. Dies hätten DNA-Analysen ergeben.