Magdeburg (dpa) l Nach zwei schweren Grippejahren geben Experten keine Entwarnung für die nächste Saison. Es sei unberechenbar, ob sie leicht oder schwer ausfalle und welche Region besonders stark getroffen werde, sagte der Sprecher der Barmer GEK, Thomas Nawrath. Die Krankenkassen empfehlen, sich bald wieder kostenlos impfen zu lassen. Insgesamt stünden erneut 760.000 Impfdosen in Sachsen-Anhalt bereit, die dieses Jahr zentral von der AOK bei zwei Firmen bestellt worden seien.

Nach einer Übersicht des Robert Koch Instituts in Berlin gab es in den Kalenderjahren 2015 und 2016 jeweils mehr als 6500 Erkrankungen in Sachsen-Anhalt. Im Jahr 2014 waren es dagegen nicht einmal 500 Fälle. Analysen weisen jährliche Schwerpunkte aus, die sich ständig ändern. Auch die Annahme, dass nach einem schweren Grippejahr das folgende Jahr ruhiger ausfällt, gelte zumindest heute nicht mehr, sagte Nawrath.

Den meisten Menschen sei nicht bewusst, dass allein im vergangenen Jahr in Deutschland geschätzt 21 000 Menschen an Grippe starben. Besonders häufig erkranken Kinder und Jugendliche. Die Impfung wird darüber hinaus insbesondere Schwangeren und älteren Menschen empfohlen. Bei ihnen fallen die Folgen oft deutlich schwerer aus als bei Jüngeren.

Der Höhepunkt der Grippesaison ist in der Regel erst im neuen Jahr, die Impfung wird aber schon für den Herbst empfohlen. Nach zwei bis vier Wochen besteht dann ein ausreichender Schutz gegen Ansteckung, der gut ein halbes Jahr anhält. Jährlich wird die Zusammensetzung des Impfstoffes neu festgelegt, um sie an die jeweils wechselnden Virenarten anzupassen.